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Island Peak, Mera Peak oder Lobuche East: Welcher 6000er zuerst?

Alle drei sind Trekkingpeaks im Everest-Gebiet, alle drei über 6.000 Meter, und doch sind sie sehr verschieden. Wir vergleichen Höhe, Technik und Aufwand und sagen dir, mit welchem du anfangen solltest.

Passang Dawa SherpaSenior Climbing Guide11. Oktober 2026

Zwei Bergsteiger mit Steigeisen und Stöcken auf dem Gletscher zum Island Peak

Wer im Himalaya den Schritt vom Trekking zum Bergsteigen machen will, landet fast immer bei denselben drei Namen. Island Peak, Mera Peak und Lobuche East. Alle drei sind Trekkingpeaks, die du mit einer Genehmigung der Nepal Mountaineering Association und einem Climbing Sherpa besteigst, ohne eine volle Expedition. Alle drei liegen im Everest-Gebiet. Trotzdem fühlen sie sich am Gipfeltag sehr unterschiedlich an. Der eine ist hoch, aber einfach, der zweite hat eine steile Wand, und der dritte führt über einen ausgesetzten Grat, auf dem du stundenlang am Seil hängst. Hier der Vergleich.

Die drei im Überblick

Mera PeakIsland PeakLobuche East
Höhe6.461 m6.189 m6.119 m
Schlüsselstellelange GletscherflankeSteilwand 45 bis 55 Grad am Fixseilschmaler, ausgesetzter Grat am Fixseil
Technikam einfachstenmittelam anspruchsvollsten
Dauer bei uns17 Tage19 Tage18 Tage
Preis ab2.650 €3.600 €2.750 €
Zustiegeinsames Hinku-TalEverest-Base-Camp-Route, dann Imja-TalEverest-Base-Camp-Route bis Lobuche

Mera Peak: der höchste und der einfachste

Mit 6.461 Metern ist der Mera Peak der höchste Trekkingpeak Nepals. Technisch ist er der einfachste der drei. Vom High Camp gehst du in der Seilschaft über einen langen, gleichmäßig ansteigenden Gletscher, ohne Steilwand und ohne Grat. Erst ganz oben wird es kurz steiler. Oben siehst du an klaren Tagen fünf Achttausender auf einmal, Everest, Lhotse, Makalu, Cho Oyu und Kangchenjunga.

Schwer macht ihn die Höhe. Ab Khare schläfst du durchgehend auf rund 5.000 Metern oder höher, und der Gipfeltag dauert zehn bis zwölf Stunden in dünner Luft. Dazu kommt der Zustieg. Über den Zatrwa La geht es ins abgelegene Hinku-Tal, weit weg vom Trubel der Everest-Route. Das ist ruhig und schön, heißt aber auch einfache Lodges und wenig Infrastruktur.

Bergsteiger im steilen Firn am Gipfelaufbau
Steiler Firn am Gipfelaufbau. Hier brauchst du Fixseil und Jumar.

Island Peak: die Steilwand

Der Island Peak auf 6.189 Metern ist der bekannteste der drei. Du gehst zuerst auf dem Weg zum Everest Base Camp bis Dingboche und Chukhung und schlägst dann im Imja-Tal dein Basislager auf. Am Gipfeltag startest du um Mitternacht, gehst über Geröll zum Gletscher, querst Spalten, manchmal auf Leitern, und steigst dann eine 45 bis 55 Grad steile Wand aus Eis und Schnee am Fixseil mit dem Jumar hinauf. Oben wartet ein schmaler Grat bis zum Gipfel.

Die Wand ist der Moment, in dem sich entscheidet, ob dir das Bergsteigen liegt. Sie ist kurz, aber steil, und du brauchst sicheren Stand mit Steigeisen und Vertrauen ins Seil. Deine Technik übst du am Basislager mit dem Climbing Sherpa. Vorher musst du sie nicht können.

Lobuche East: der Grat

Lobuche East ist mit 6.119 Metern der niedrigste der drei und technisch der forderndste. Bis Lobuche folgst du dem Weg zum Base Camp, dann geht es zum High Camp auf rund 5.400 Metern. Ab etwa 5.700 Metern beginnt der Gipfelgrat, schmal, auf beiden Seiten steil abfallend und durchgehend mit Fixseilen gesichert. Konzentration zählt.

Dafür ist die Aussicht vielleicht die dichteste im ganzen Khumbu. Nuptse direkt gegenüber, dazu Everest, Ama Dablam und der Khumbu-Gletscher unter dir. Wind ist am Grat ein eigenes Thema, weshalb früh gestartet wird.

Was du mitbringen musst

Für alle drei brauchst du Kondition für einen mehrwöchigen Höhentrek und am besten Erfahrung über 4.000 Metern, etwa vom Everest Base Camp oder vom Annapurna Base Camp. Klettererfahrung ist für Mera und Island Peak keine Pflicht, weil die Technik vor Ort geübt wird. Für Lobuche East hilft sie spürbar. Wer schon einmal mit Steigeisen in den Alpen unterwegs war, etwa auf einem Gletscherkurs oder einem einfachen Viertausender, hat einen großen Vorteil.

Bei allen drei entscheidet zuerst die Ausdauer, dann die Klettertechnik. Die meisten Gipfelversuche scheitern an Erschöpfung. Mehr dazu im Ratgeber zur Fitness für Gipfelbesteigungen und zu Höhenkrankheit.

Mit welchem solltest du anfangen?

Mera Peak, wenn du deinen ersten Gipfel willst und dich das Klettern noch nervös macht. Er lehrt dich Gletscher, Seilschaft und Höhe, ohne dich in eine Steilwand zu stellen, und dafür nimmst du die größte Höhe und die meisten Nächte auf über 5.000 Metern in Kauf.

Island Peak, wenn du Fixseil willst. Du gehst dabei durch das Gebiet um das Everest Base Camp, und der Gipfel ist der Klassiker für den Übergang vom Trekker zum Bergsteiger. Die Wand gibt dir ein Gefühl dafür, ob du weitermachen willst.

Lobuche East, wenn du schon einen der beiden anderen oder einen vergleichbaren Gipfel bestiegen hast und mehr Ausgesetztheit suchst. Er ist der beste Zwischenschritt auf dem Weg zu technischen Bergen wie der Ama Dablam.

Beste Reisezeit und Permits

Für alle drei sind April bis Mai und Oktober bis November die besten Fenster. Im Herbst ist die Sicht am klarsten, im Frühjahr ist es etwas wärmer, und im Winter sind Kälte und Wind am Gipfel zu riskant, während im Monsun die Sicht fehlt. Permits? Machen wir. Du brauchst jeweils die Besteigungsgenehmigung der Nepal Mountaineering Association und die Gebühren für Nationalpark und Gemeinde, und bei allen drei ist ein lizenzierter Climbing Sherpa Pflicht.

Noch zwei Gipfel zum Vergleich. Der Yala Peak im Langtang ist mit 5.520 Metern leichter als alle drei, der Pisang Peak im Manang-Tal mit 6.091 Metern steiler am Gipfelhang. Unsicher, welcher Gipfel zu deiner Erfahrung passt? Schreib uns, was du schon gemacht hast. Wir sagen dir offen, wo du anfangen solltest.

Fragen

Häufige Fragen

Welcher 6000er ist der einfachste in Nepal?
Der Mera Peak auf 6.461 Metern. Vom High Camp gehst du in der Seilschaft über einen langen, gleichmäßigen Gletscher, ohne Steilwand und ohne Grat. Schwer macht ihn die Höhe. Ab Khare schläfst du durchgehend auf rund 5.000 Metern oder höher, und der Gipfeltag dauert zehn bis zwölf Stunden.
Brauche ich Klettererfahrung für den Island Peak?
Nein. Die Technik übst du am Basislager mit dem Climbing Sherpa, also Steigeisen, Fixseil und Jumar. Am Gipfeltag steigst du eine 45 bis 55 Grad steile Wand aus Eis und Schnee am Fixseil hinauf. Erfahrung mit Steigeisen aus den Alpen ist ein großer Vorteil, aber keine Pflicht.
Wann ist die beste Zeit für einen Trekkingpeak?
April bis Mai und Oktober bis November. Im Herbst ist die Sicht am klarsten, im Frühjahr ist es etwas wärmer. Im Winter sind Kälte und Wind am Gipfel zu riskant, im Monsun fehlt die Sicht. Bei allen drei Gipfeln ist ein lizenzierter Climbing Sherpa Pflicht.

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