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Bardiya oder Chitwan? Nepals Nationalparks im Vergleich

Chitwan ist schnell erreicht und voller Nashörner. Bardiya im Westen ist ruhiger, zu Fuß besser zu erkunden und einer der besten Orte für Tiger. Der Vergleich mit den Zählungen von 2021 und 2026.

Ajay ShresthaGründer & Geschäftsführung29. Oktober 2026

Für eine erste Nepalreise mit wenig Zeit ist Chitwan die bessere Wahl. Von Kathmandu bist du in fünf bis sechs Stunden dort, und auf einer Jeep-Safari sind Panzernashörner fast sicher. Bardiya lohnt sich, wenn du Ruhe suchst, zu Fuß in den Park willst und für die Anreise über Nepalgunj zwei Tage mehr einplanen kannst. Beide Parks liegen im Terai, dem flachen Süden Nepals, auf rund 150 Metern Höhe.

Bardiya und Chitwan im Vergleich

ChitwanBardiya
LageSüden, rund 150 km südwestlich von KathmanduWesten, am Karnali
Fläche952,63 km²968 km²
Nationalpark seit1973, UNESCO-Weltnaturerbe seit 19841988
Tiger (Zählung 2026)145112
Panzernashörner (Zählung 2021)69438
Anreise ab Kathmandu5 bis 6 Stunden Auto oder Flug nach BharatpurFlug nach Nepalgunj, dann rund 2 Stunden Auto
AusgangsortSaurahaThakurdwar
Andere Besucherviele, vor allem im Herbstwenige

Stand: Oktober 2026. Die Tigerzahlen stammen aus der landesweiten Zählung des Department of National Parks and Wildlife Conservation, deren Ergebnis im Juli 2026 erschien. Nepal zählte dabei 429 Tiger, 2022 waren es noch 355. Die letzte Nashornzählung mit veröffentlichtem Ergebnis fand im März und April 2021 statt und ergab für ganz Nepal 752 Tiere.

Tiere: Nashorn in Chitwan, Tiger in Bardiya

In Chitwan leben fast alle Panzernashörner Nepals. Allein 694 davon zählte man hier. Auf einer Jeep-Safari im Grasland an der Rapti siehst du fast immer eines, oft mehrere, dazu Gaviale und Sumpfkrokodile am Ufer.

Bardiya hat weniger Nashörner. Dafür gilt der Park als einer der besten Orte in Nepal, um einen Tiger zu sehen, weil weniger Jeeps unterwegs sind und du mit dem Naturführer zu Fuß an Flussufer und Wasserstellen kommst. Bei der Zählung 2026 war Bardiya der einzige Park mit weniger Tigern als vier Jahre zuvor, 112 statt 125. Für eine Sichtung reicht das trotzdem. Garantieren kann sie niemand.

Im Karnali am Westrand von Bardiya leben Gangesdelfine. Du siehst sie mit Glück vom Ufer oder vom Kanu aus, wenn sie kurz zum Atmen auftauchen.

Wie voll es im Park ist

Sauraha am Rand von Chitwan ist ein Touristenort. Lodges, Restaurants am Fluss, Büros der Naturführer, im Oktober und November viele Gruppen gleichzeitig. Die Jeeps fahren oft dieselben Pisten, und an einem Nashorn stehen manchmal mehrere Wagen.

Thakurdwar ist ein Dorf mit wenigen Lodges. Auf einer Fußpirsch in Bardiya triffst du an manchen Tagen keine andere Gruppe, und abends ist es still.

Zu Fuß, im Jeep oder im Kanu

In beiden Parks gibt es Jeep-Safaris, Kanufahrten, Vogelbeobachtung und Dschungelwanderungen mit lizenzierten Naturführern. Den Park betrittst du zu Fuß nie ohne Guide. In Chitwan ist die Jeep-Safari das Standardprogramm, und eine Wanderung ist eher eine Ergänzung. In Bardiya ist es umgekehrt. Dort kannst du ganze Tage zu Fuß am Karnali und durch den Salwald verbringen.

Mit kleinen Kindern passt Chitwan besser. Jeep und Kanu gehen mit jedem Alter, die langen Fußpirschen in Bardiya eher nicht.

Anreise und Zeitbedarf

Nach Chitwan fährst du von Kathmandu oder Pokhara im Auto, oder du fliegst nach Bharatpur und bist eine halbe Stunde später in Sauraha. Zwei Nächte reichen für das Standardprogramm. Deshalb passt Chitwan in fast jede Rundreise, etwa unsere Rundreise Kathmandu, Pokhara und Chitwan, und mehr über den Park steht auf unserer Seite zu Chitwan.

Bardiya braucht mehr Zeit. Du fliegst von Kathmandu nach Nepalgunj und fährst rund zwei Stunden bis Thakurdwar, und zurück geht es wieder per Flug oder an einem langen Tag im Auto über den East-West-Highway. Drei volle Tage im Park sind sinnvoll. So ist unsere siebentägige Bardiya-Nationalpark-Safari aufgebaut. Wie verlässlich die Inlandsflüge sind, erklärt der Ratgeber Inlandsflüge in Nepal.

Beste Reisezeit für beide Parks

Für beide gilt dasselbe Klima. Von Oktober bis Februar ist es angenehm warm und trocken, im Dezember und Januar sind die Morgen oft neblig. Ab März wird es heiß. Im Mai und Juni steigen die Temperaturen im Terai weit über die von Kathmandu, und im Monsun von Juli bis September sind die Safaris eingeschränkt. In Chitwan wird im Januar und Februar das hohe Gras gemäht, danach siehst du Nashörner und Hirsche besser. Wann sich welche Region Nepals eignet, zeigt der Ratgeber Beste Reisezeit für Nepal.

Beide Parks nach einem Trek

Viele Gäste hängen den Nationalpark an einen Trek an. Nach dem Annapurna Base Camp Trek oder dem Poon Hill Trek liegt Chitwan auf dem Weg, denn von Pokhara bist du in fünf bis sechs Stunden dort. Für Bardiya fliegst du nach Kathmandu zurück und weiter nach Nepalgunj. Wer nach einem Trek im Westen noch eine Woche Zeit hat, für den passt Bardiya gut.

Vor beiden Parks lohnt ein Blick auf Impfungen und Mückenschutz. Was du dazu wissen solltest, steht im Ratgeber Impfungen und Gesundheit für Nepal.

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