Renjo La, Cho La und Kongma La: die anspruchsvollste Rundtour im Khumbu
Everest-Drei-Pässe-Trek
Der Everest-Drei-Pässe-Trek verbindet Gokyo-Tal, Everest Base Camp und Kala Patthar über drei Hochpässe jenseits der 5.300 m: 20 Tage für erfahrene Höhentrekker mit sehr guter Kondition.
- Dauer
- 20 Tage
- Schwierigkeit
- Schwer
- Max. Höhe
- 5.545 m
- Gruppengröße
- 2–10 Personen
- Startpunkt
- Lukla
- Preis ab
- 2.400 €
Der Everest-Drei-Pässe-Trek ist eine 20-tägige geführte Höhentour im Khumbu, die die drei Hochpässe Renjo La (5.360 m), Cho La (5.420 m) und Kongma La (5.535 m) mit dem Gokyo-Tal, dem Everest Base Camp (5.364 m) und dem Aussichtsberg Kala Patthar (5.545 m) zu einer einzigen Rundtour verbindet. Wer den Everest Base Camp Trek und den Gokyo-Seen-Trek beide in einer Reise erleben will, statt sich für eine der beiden Routen zu entscheiden, findet in diesem Trek die logische Erweiterung: Anstatt auf einem Weg zum Base Camp zu laufen und auf demselben Weg zurückzukehren, überquert die Route drei unmarkierte Hochpässe, die jeweils eigene Anforderungen an Navigation und Trittsicherheit stellen. Der Preis liegt ab 2.400 Euro pro Person, der Einzelzimmerzuschlag bei 360 Euro. Start- und Endpunkt ist jeweils Lukla, erreicht per Inlandsflug ab Kathmandu. 20 Tage inklusive zwei eingeplanter Puffertage für Wetterverzögerungen an den Pässen geben dir realistischen Spielraum, ohne das Programm zu hetzen. Der Schwierigkeitsgrad ist mit "schwer" die höchste Einstufung im Reisen-Nepal-Programm, und diese Einstufung ist wörtlich gemeint: Wind, Kälte und die Höhe über 5.000 m machen jeden der drei Pässe zu einer eigenen Herausforderung, nicht zu einer Formsache zwischen zwei Fotostopps.
Für wen sich der Drei-Pässe-Trek eignet
Diese Tour ist kein verlängerter Everest Base Camp Trek mit ein paar zusätzlichen Höhenmetern. Renjo La, Cho La und Kongma La sind Übergänge ohne durchgehende Wegmarkierung, auf denen sich Schneefelder, loses Geröll und vereiste Passagen von Jahr zu Jahr und teils von Woche zu Woche verändern. Wer diese Tour bucht, sollte mindestens eine mehrtägige Höhentour über 4.500 m absolviert haben, idealerweise bereits eine Passüberquerung wie den Thorong La auf dem Annapurna Circuit oder eine vergleichbare Route. Gute Kondition allein reicht nicht: Entscheidend ist Trittsicherheit auf unebenem, teils exponiertem Gelände bei Kälte und dünner Luft, dazu die Fähigkeit, körperliche Warnsignale wie Kopfschmerzen oder Schwindel korrekt einzuordnen, statt sie zu ignorieren. Genau deshalb begleitet dich auf dieser Route ein Guide aus unserem festangestellten Kathmandu-Team, der die drei Pässe aus eigener Erfahrung kennt und die Tagesplanung an Wetter, Schneelage und die Verfassung der Gruppe anpasst. Wer zum ersten Mal im Khumbu unterwegs ist oder sich nicht sicher ist, ob die eigene Erfahrung ausreicht, ist mit dem klassischen Everest Base Camp Trek oder dem Gokyo-Seen-Trek besser beraten und kann den Drei-Pässe-Trek als nächsten Schritt für eine spätere Reise ins Auge fassen.
Ein Passtag auf dieser Route beginnt zwischen 3 und 4 Uhr morgens bei Stirnlampenlicht und folgt danach immer demselben Muster, solange der gefrorene Boden noch trägt und der Nachmittagswind noch nicht aufgekommen ist. Die ersten zwei bis drei Stunden führen über Moränenschutt und gefrorene Bachbetten, bevor das eigentliche Passgelände beginnt: Schneefelder ohne festen Pfad, auf denen Steinmänner im Abstand von oft hundert Metern oder mehr die einzige Orientierung bieten. An mehreren Stellen der drei Pässe verengt sich der Weg auf schmale Bänder mit spürbarer Absturzgefahr zur Seite, weshalb Trittsicherheit und ein ruhiger Kopf bei Exposition wichtiger sind als reine Ausdauer. Oben am Pass, oft erst nach vier bis fünf Stunden Aufstieg, bleibt wegen Kälte und Wind meist nur kurz Zeit für Fotos und einen Blick auf die Umgebung, bevor der oft ebenso lange Abstieg auf der anderen Seite beginnt.
Route und Charakter
Die Route beginnt wie der klassische Everest Base Camp Trek mit dem Flug nach Lukla und dem Aufstieg über Phakding nach Namche Bazaar auf 3.440 m. Ab Namche verlässt die Tour den Hauptweg und führt westlich über Thame ins hochalpine Gelände Richtung Renjo La. Die Überquerung dieses ersten Passes auf 5.360 m öffnet den Blick auf Everest, Makalu und Cho Oyu gleichzeitig und führt hinunter zu den türkisfarbenen Gokyo-Seen, wo ein zusätzlicher Akklimatisierungstag mit dem Aufstieg auf den Gokyo Ri (5.357 m) eingeplant ist. Von Gokyo aus geht es über Thagnak und den zweiten Pass, den Cho La auf 5.420 m, weiter Richtung Dzongla und Lobuche. Der Zustieg von Thagnak verläuft zunächst am Rand des Ngozumpa-Gletschers, Nepals längstem Gletscher, bevor der eigentliche Passaufstieg in steilem Blockgelände beginnt und in einer kurzen, ausgesetzten Querung über blankes Eis endet. Dieser Abschnitt gilt unter erfahrenen Guides als technisch anspruchsvollste Etappe der gesamten Tour. Von Lobuche aus schließt sich der klassische Weg über Gorak Shep zum Everest Base Camp (5.364 m) und zum Kala Patthar (5.545 m) an, dem höchsten Punkt der Reise mit freiem Blick auf die Everest-Nordwand. Den Abschluss bildet der dritte Pass, der Kongma La auf 5.535 m, der von Lobuche ins ruhigere Chukhung-Tal führt und dabei den Khumbu-Gletscher von seiner selten besuchten Seite zeigt, bevor die Route über Pangboche und Tengboche zurück nach Namche Bazaar und Lukla führt.
Schwierigkeit und Anforderungen
Die Einstufung "schwer" bezieht sich konkret auf drei Faktoren: die Höhe, die Länge der Passüberquerungen und das Fehlen einer durchgehenden Wegmarkierung. Jeder der drei Pässe wird an einem einzigen langen Tag überquert, meist mit sechs bis acht Gehstunden, beginnend vor Sonnenaufgang, um Wind und weichen Schnee am Nachmittag zu vermeiden. Anders als auf dem markierten Hauptweg zum Everest Base Camp gibt es auf Renjo La, Cho La und Kongma La keine durchgehenden Wegweiser: Steinmänner (Cairns) markieren die Route, doch bei Nebel, Neuschnee oder schlechter Sicht ist die Orientierung Aufgabe des Guides, der die Route unter wechselnden Bedingungen kennt. GPS-Tracks helfen zur groben Orientierung, ersetzen aber nicht die Ortskenntnis, denn Schneelage und sichtbarer Pfad verändern sich von Woche zu Woche und teils von Tag zu Tag. Der Cho La verlangt zusätzlich eine kurze Querung über Gletschereis, auf der Grödel oder leichte Steigeisen je nach Saison und Schneelage nötig sein können, während Renjo La und Kongma La vor allem durch langes, lockeres Blockgeröll auf beiden Seiten fordern, bei dem ein einziger unbedachter Tritt zu einem verstauchten Knöchel weit oberhalb der nächsten Teehäuser führen kann.
Die Höhe selbst ist der zweite Faktor: Alle drei Pässe liegen über 5.300 m, und du bewegst dich an mehreren Tagen der Tour oberhalb von 5.000 m, teils mehrere Stunden am Stück. Das Restrisiko einer Höhenkrankheit lässt sich durch Erfahrung und gute Vorbereitung senken, aber nicht auf null reduzieren, weshalb die Tour bewusst mit unkomprimierten Akklimatisierungstagen in Namche Bazaar und Gokyo sowie zwei Puffertagen geplant ist, die bei Bedarf für zusätzliche Anpassung oder Wetterverzögerungen an den Pässen genutzt werden. Ein dritter Faktor ist die körperliche Belastung an den Passtagen selbst: Acht Gehstunden bei Kälte, dünner Luft und unebenem Gelände fordern eine Kondition, die über das hinausgeht, was für den Everest Base Camp Trek nötig ist. Wer bereits Zweifel an der eigenen Kondition hat, sollte diese vor Buchung durch ein realistisches Training mit mehrtägigen Bergtouren und Gewicht im Rucksack klären, nicht erst am Pass selbst. Genau aus diesen Gründen führen wir diese Route ausschließlich in kleinen Gruppen von 2 bis 10 Personen mit festem Guide-Verhältnis, damit an den Pässen niemand allein zurückbleibt.
Zwischen dem letzten Teehaus vor einem Pass und dem ersten danach liegen oft sechs bis acht Stunden ohne Unterkunft und ohne Handyempfang, weshalb eine schnelle Umkehr mitten in der Überquerung meist keine Option ist. Auch eine kurzfristige Hubschrauberoption gibt es nicht immer, da Rettungsflüge über 5.300 m stark wetterabhängig sind. Genau deshalb ist eine Reise- und Rücktransportversicherung mit Hubschrauberrettung für diese Tour keine Formalität, sondern eine echte Voraussetzung, und genau deshalb bricht dein Guide einen Passtag bei eindeutig schlechter Wetterprognose lieber einen Tag früher ab, als das Risiko einzugehen, unterwegs im Schlechtwetter festzusitzen.
Permits und Formalitäten
Für den Drei-Pässe-Trek benötigst du zwei Genehmigungen, die im Reisepreis enthalten sind: das Sagarmatha-Nationalpark-Permit, das an der Kontrollstelle bei Monjo kurz vor Namche Bazaar geprüft wird, und die Khumbu-Pasang-Lhamu-Gebühr, die von der lokalen Verwaltung erhoben wird und den ländlichen Gemeinden im Khumbu zugutekommt. Beide Permits gelten für die gesamte Route inklusive aller drei Pässe und müssen nicht separat für Gokyo oder Chukhung beantragt werden. Anders als beim Annapurna Circuit ist im Khumbu keine TIMS-Karte erforderlich. Die genaue Gebührenhöhe kann sich ändern, da die Behörden die Sätze gelegentlich anpassen; unser Kathmandu-Team prüft die aktuellen Beträge vor jeder Abreise und organisiert beide Permits während der Vorbereitungstage in Kathmandu, sodass du dich am Kontrollpunkt in Monjo um nichts weiter kümmern musst.
Beste Reisezeit für den Drei-Pässe-Trek
Die zuverlässigsten Bedingungen für die drei Passüberquerungen bieten die Monate März bis Mai und Oktober bis November. In diesen Fenstern sind Wegverhältnisse und Schneelage an Renjo La, Cho La und Kongma La am ehesten kalkulierbar, was bei unmarkierten Pässen ohne durchgehenden Pfad entscheidend ist. Das Zeitfenster ist damit enger als bei leichteren Treks im Khumbu: Während der Everest Base Camp Trek auch in den Randmonaten oder mit etwas mehr Vorsicht in der Monsunzeit machbar ist, steigt auf den drei Pässen das Risiko von Neuschnee, vereisten Passagen und eingeschränkter Sicht außerhalb der Hauptsaison spürbar. Dezember bis Februar bringen zwar oft klare Sicht, aber auch Kälte und Schneemengen, die einzelne Pässe zeitweise unpassierbar machen können; die Monsunzeit von Juni bis September fällt wegen Nebel, Rutschgefahr auf Geröll und schlechter Sicht an den Pässen komplett aus. Wir beobachten die Wetterlage im Vorfeld jeder Abreise und passen die Tagesplanung, falls nötig, gemeinsam mit dem Guide vor Ort an. Innerhalb der Hauptsaison empfiehlt sich zusätzlich ein Blick auf den konkreten Kalendermonat: Anfang März und Ende November liegen näher an der jeweiligen Übergangszeit zum Winter, weshalb Mitte März bis Mitte Mai sowie Oktober die verlässlichsten Fenster für alle drei Pässe in Folge bleiben.
Ausrüstung, die für diese Tour zählt
Für die drei Passüberquerungen zählen einige Ausrüstungsteile mehr als auf einem Standard-Trek zum Everest Base Camp. Gamaschen halten Schnee und Geröll beim Aufstieg auf losem Untergrund von den Schuhen fern, gerade auf den Schotterflanken von Renjo La und Kongma La. Ein Paar stabile Trekkingstöcke entlastet die Knie auf den langen Abstiegen über Geröll und gibt zusätzlichen Halt auf vereisten Stellen am Cho La. Eine Gletscherbrille mit hohem UV-Schutz ist auf den Schneefeldern der Pässe kein optionales Extra, sondern Schutz vor Schneeblindheit bei starker Reflexion. Für den Cho La führt dein Guide bei Bedarf leichte Grödel mit, die situativ ausgegeben werden, falls die Eisquerung es erfordert. Dazu kommt die reguläre Höhenausrüstung für Temperaturen bis minus 15 bis 20 Grad an den Passmorgen: Daunenjacke, mehrlagiges Schichtsystem und ein Schlafsack, der für diese Temperaturen ausgelegt ist. Feste, bereits eingelaufene Trekkingstiefel mit steifer Sohle sind auf dieser Route Pflicht statt Komfortfrage, da weiche Wanderschuhe auf scharfkantigem Blockgeröll und Eis schnell an ihre Grenzen kommen. Die vollständige Packliste für Nepal-Treks inklusive Schichtsystem, Erste-Hilfe-Ausstattung und Dokumenten findest du in unserem Reisewissen-Artikel zur Trekkingausrüstung.
Vergleich zum Everest Base Camp Trek und zum Gokyo-Seen-Trek
Der Everest Base Camp Trek dauert rund 14 Tage, erreicht mit dem Base Camp und Kala Patthar dieselben höchsten Punkte wie der Drei-Pässe-Trek, verzichtet aber auf alle drei Hochpässe und bleibt größtenteils auf dem markierten Hauptweg. Er ist die richtige Wahl für alle, die zum ersten Mal im Khumbu unterwegs sind oder Höhentrekking ohne technische Passüberquerungen erleben wollen. Der Gokyo-Seen-Trek wiederum konzentriert sich auf das Gokyo-Tal und den Gokyo Ri, oft ergänzt um die einzelne Überquerung des Renjo La oder Cho La, dauert aber deutlich kürzer und lässt Everest Base Camp und Kongma La aus. Der Drei-Pässe-Trek verbindet beide Routen vollständig: Er nimmt das Gokyo-Tal aus dem Gokyo-Seen-Trek, das Everest Base Camp und Kala Patthar aus dem Everest Base Camp Trek und fügt mit Renjo La, Cho La und Kongma La drei Hochpässe hinzu, die in keiner der beiden kürzeren Routen enthalten sind. Der Preis dafür sind sechs zusätzliche Tage, deutlich mehr Höhenmeter oberhalb von 5.000 m und eine Anforderung an Erfahrung und Kondition, die über beide Ausgangsrouten hinausgeht.
Warum sich der Aufwand lohnt
Wer alle drei Pässe, das Gokyo-Tal, Everest Base Camp und Kala Patthar in einer einzigen Tour erlebt, sieht das Khumbu aus einer Perspektive, die den meisten Trekkern verborgen bleibt: von Renjo La auf vier Achttausender gleichzeitig, vom Cho La mitten im Blockgelände über dem Gletscher, und vom Kongma La auf den Khumbu-Gletscher von seiner östlichen, kaum besuchten Seite. Diese Perspektive bekommt nur, wer bereit ist, drei lange Passtage mit früher Weckzeit, Kälte und echter Trittarbeit auf sich zu nehmen, und genau das unterscheidet diese Tour von jeder kürzeren Route im Khumbu. Unser Kathmandu-Team, das die Route selbst kennt und seit 2016 organisiert, plant die 20 Tage so, dass Akklimatisierung und Puffertage vor Tempo gehen. Wenn du die Voraussetzungen mitbringst, kontaktiere uns für ein individuelles Beratungsgespräch zu Termin, Kondition und Vorbereitung.
Tag für Tag
Reiseverlauf
- Tag1
Ankunft in Kathmandu
Tag 1 beginnt mit der Ankunft in Kathmandu auf rund 1.400 m, wo dich unser Team am Flughafen Tribhuvan empfängt und zum Hotel bringt. Nach der Anreise bleibt Zeit, im eigenen Tempo anzukommen, bevor am Abend das erste Treffen mit deinem Guide stattfindet. Dabei bespricht er den groben Ablauf der kommenden 20 Tage, geht auf die drei bevorstehenden Pässe Renjo La, Cho La und Kongma La ein und beantwortet offene Fragen zu Ausrüstung und Gesundheit. Diese erste Begegnung ist bewusst kein reiner Formaltermin: Sie gibt dir und dem Guide die Gelegenheit, dich einzuschätzen und die Tour bei Bedarf in Details an deine Erfahrung anzupassen, bevor es am dritten Tag Richtung Lukla geht.
1.400 m0 Std. GehzeitHotel - Tag2
Vorbereitung in Kathmandu
Tag 2 in Kathmandu (1.400 m) dient der letzten Vorbereitung vor dem Abflug ins Khumbu. Am Vormittag kontrolliert dein Guide gemeinsam mit dir die Ausrüstung und weist auf Lücken hin, die sich in Kathmandus Trekking-Läden noch leicht schließen lassen, etwa bei Gamaschen oder Gletscherbrille. Parallel organisiert unser Kathmandu-Team das Sagarmatha-Nationalpark-Permit und die Khumbu-Pasang-Lhamu-Gebühr für die gesamte Route. Der Nachmittag bleibt bewusst als Puffer für den Lukla-Flugplan reserviert, der bei Nebel oder Wind kurzfristig verschoben werden kann. Wer möchte, nutzt die freie Zeit für einen Besuch in der Altstadt oder in einem der buddhistischen Stupas am Stadtrand, bevor am nächsten Morgen der eigentliche Trek beginnt.
1.400 m0 Std. GehzeitHotel - Tag3
Flug nach Lukla, Trek nach Phakding
Tag 3 startet mit dem rund 30-minütigen Flug von Kathmandu nach Lukla (2.860 m), einem der spektakuläreren Bergflughäfen Nepals mit kurzer, ansteigender Landebahn. Von dort führt ein leichter, überwiegend abwärts verlaufender Weg entlang des Dudh Kosi durch Kiefernwald und vorbei an Mani-Wänden nach Phakding auf 2.610 m. Die rund drei Gehstunden dienen vor allem dazu, nach dem Höhensprung durch den Flug erste Bewegung in gemäßigtem Tempo zu bekommen. Unterwegs passierst du mehrere Hängebrücken und die ersten Sherpa-Dörfer der Route. Am Nachmittag bleibt Zeit, im Teehaus anzukommen und sich auf den deutlich steileren Aufstieg nach Namche Bazaar am folgenden Tag einzustellen.
2.610 m3 Std. GehzeitTeahouse - Tag4
Phakding – Namche Bazaar
Tag 4 führt von Phakding (2.610 m) über sechs Gehstunden hinauf nach Namche Bazaar auf 3.440 m, den zentralen Handelsort des Khumbu. Der Weg folgt zunächst dem Dudh Kosi über mehrere Hängebrücken, darunter die bekannte Hillary-Brücke, bevor an der Kontrollstelle in Monjo das Sagarmatha-Nationalpark-Permit geprüft wird. Ab dem Parkeingang steigt der Pfad durch Kiefern- und Rhododendronwald spürbar an und mündet in einen steilen, rund 600 Höhenmeter langen Schlussanstieg nach Namche. Bei klarer Sicht öffnet sich unterwegs der erste Blick auf den Everest zwischen den Bergflanken. Namche selbst dient in den kommenden Tagen als wichtigster Akklimatisierungspunkt vor dem Weg in Richtung der drei Hochpässe.
3.440 m6 Std. GehzeitTeahouse - Tag5
Akklimatisierung in Namche Bazaar
Tag 5 ist ein Akklimatisierungstag in Namche Bazaar auf 3.440 m, eingeplant, um den Körper an die Höhe zu gewöhnen, bevor die Route in Richtung Renjo La ansteigt. Nach dem Prinzip "climb high, sleep low" führt eine rund dreistündige Wanderung hinauf zum Everest View Hotel oder ins Dorf Khumjung, beides deutlich über der Schlafhöhe von Namche. Von dort öffnet sich bei klarem Wetter ein erster ausgedehnter Blick auf Everest, Lhotse und Ama Dablam. Der Rückweg führt zurück nach Namche zur zweiten Nacht auf gleicher Höhe. Dieser Tag ist kein Ruhetag im eigentlichen Sinn, sondern aktive Vorbereitung auf die kommenden Etappen jenseits von 4.000 m.
3.440 m3 Std. GehzeitTeahouse - Tag6
Namche Bazaar – Thame
Tag 6 verlässt den Hauptweg zum Everest Base Camp und führt von Namche Bazaar (3.440 m) über rund fünf Gehstunden westlich nach Thame auf 3.820 m. Dieser Abschnitt der Route ist deutlich ruhiger als der stark begangene Weg Richtung Tengboche, da die meisten Trekkinggruppen im Khumbu nicht über den Renjo La reisen. Der Pfad führt an kleinen Klöstern, Gerstenfeldern und traditionellen Sherpa-Häusern vorbei bis nach Thame, dem Heimatdorf mehrerer bekannter Everest-Bergsteiger. Ab hier beginnt der eigentliche Zustieg in Richtung der drei Hochpässe. Die Übernachtung im Teehaus von Thame markiert den letzten Ort mit regelmäßiger Infrastruktur, bevor die Route zunehmend abgelegener und alpiner wird.
3.820 m5 Std. GehzeitTeahouse - Tag7
Thame – Lungden
Tag 7 führt von Thame (3.820 m) über rund fünf Gehstunden hinauf nach Lungden auf 4.380 m, dem letzten Etappenort vor der Überquerung des Renjo La. Der Weg verlässt bewaldetes Gelände endgültig und wechselt in offenes, hochalpines Terrain mit wenig Vegetation. Unterwegs passierst du vereinzelte Jak-Weiden und kleine Siedlungen, die nur während der Trekkingsaison bewohnt sind. Dieser Tag dient bewusst der weiteren Höhenanpassung, denn die Schlafhöhe steigt um rund 560 Meter gegenüber Thame. Am Nachmittag bespricht dein Guide den Ablauf des folgenden Passtages im Detail, darunter die frühe Weckzeit, die erwarteten Bedingungen am Renjo La und den Zeitplan bis zum Abstieg nach Gokyo.
4.380 m5 Std. GehzeitTeahouse - Tag8
Überquerung des Renjo La – Gokyo
Tag 8 ist der erste der drei Passüberquerungen: der Renjo La auf 5.360 m. Der Aufbruch erfolgt vor Sonnenaufgang, da der gefrorene Untergrund am Morgen besseren Halt bietet als der aufgeweichte Schnee am Nachmittag. Der rund vierstündige Aufstieg führt über Blockgelände und Schneefelder ohne durchgehenden Pfad, an denen Steinmänner die einzige Orientierung liefern. Am Pass selbst öffnet sich bei klarem Wetter ein Panorama auf Everest, Makalu, Cho Oyu und Lhotse gleichzeitig, einer der weitreichendsten Ausblicke der gesamten Tour. Der Abstieg auf der Westseite verläuft steil über Geröll und Altschneefelder hinunter zu den türkisfarbenen Gokyo-Seen. Mit rund acht Gehstunden insgesamt ist dies der erste wirklich lange und anspruchsvolle Tag der Route.
4.790 m8 Std. GehzeitTeahouse - Tag9
Gokyo Ri und Akklimatisierung
Tag 9 dient der Akklimatisierung in Gokyo (4.790 m) und dem Aufstieg auf den Gokyo Ri auf 5.357 m, einen der bekanntesten Aussichtsberge im Khumbu. Der rund zweistündige Aufstieg beginnt früh, um die klarste Sicht des Tages zu nutzen, und führt über einen steilen, aber unkomplizierten Pfad ohne technische Schwierigkeiten. Vom Gipfel aus reicht der Blick bei guten Bedingungen über vier Achttausender: Everest, Lhotse, Makalu und Cho Oyu. Nach dem Abstieg zurück nach Gokyo bleibt der restliche Tag zur Erholung vor dem zweiten Pass, dem Cho La. Diese zusätzliche Nacht auf gleicher Höhe unterstützt die Anpassung, bevor die Route über Thagnak weiter Richtung 5.420 m ansteigt.
5.357 m4 Std. GehzeitTeahouse - Tag10
Gokyo – Thagnak
Tag 10 führt von Gokyo (4.790 m) über eine kurze, ruhige Etappe von rund drei Gehstunden nach Thagnak auf 4.700 m. Der Weg verläuft am Rand des Ngozumpa-Gletschers, Nepals längstem Gletscher, dessen graue Moränenlandschaft sich deutlich vom türkisfarbenen Wasser der Gokyo-Seen unterscheidet. Die kurze Distanz ist bewusst gewählt: Sie hält die körperliche Belastung vor dem Cho La niedrig und lässt Zeit, sich auf die technisch anspruchsvollste Etappe der gesamten Tour vorzubereiten. Am Nachmittag bespricht dein Guide die Route über den Pass im Detail, einschließlich der kurzen Eisquerung nahe dem höchsten Punkt, für die je nach Bedingungen Grödel oder leichte Steigeisen ausgegeben werden.
4.700 m3 Std. GehzeitTeahouse - Tag11
Überquerung des Cho La – Dzongla
Tag 11 überquert mit dem Cho La (5.420 m) den technisch anspruchsvollsten Pass der gesamten Tour. Der Aufstieg von Thagnak beginnt vor Sonnenaufgang und führt zunächst über steiles Blockgelände, bevor kurz vor dem höchsten Punkt eine ausgesetzte Querung über Gletschereis folgt, auf der Grödel oder leichte Steigeisen je nach Schneelage zum Einsatz kommen. Dein Guide sichert die Route Schritt für Schritt und passt das Tempo an die Bedingungen der Gruppe an. Nach dem Pass folgt ein langer, teils rutschiger Abstieg über Geröllfelder hinunter nach Dzongla auf 4.830 m. Mit rund acht Gehstunden bei Kälte und dünner Luft gehört dieser Tag zu den fordernsten der gesamten Route und verlangt volle Konzentration bis zum letzten Schritt.
4.830 m8 Std. GehzeitTeahouse - Tag12
Dzongla – Lobuche
Tag 12 führt von Dzongla (4.830 m) über einen moderaten Weg von rund vier Gehstunden nach Lobuche auf 4.940 m. Nach der Anstrengung des Cho La am Vortag ist diese Etappe bewusst kürzer gehalten und verläuft überwiegend entlang der seitlichen Moräne des Khumbu-Gletschers. Unterwegs öffnet sich wiederholt der Blick auf die Südwand des Everest sowie auf Nuptse und Pumori. Lobuche selbst ist ein kleiner, ausschließlich für Trekker existierender Ort mit einfacher Teehaus-Infrastruktur. Der Tag dient auch der Erholung vor der Etappe zum Everest Base Camp, die am folgenden Tag ansteht und mit acht Gehstunden erneut zu den langen Tagen der Tour zählt.
4.940 m4 Std. GehzeitTeahouse - Tag13
Lobuche – Gorak Shep – Everest Base Camp
Tag 13 führt von Lobuche (4.940 m) zunächst nach Gorak Shep und am Nachmittag weiter zum Everest Base Camp auf 5.364 m. Der Vormittagsweg verläuft über die Seitenmoräne des Khumbu-Gletschers bis zum letzten Etappenort Gorak Shep auf 5.164 m. Nach kurzer Rast führt der Nachmittagsweg direkt über den Gletscher zum Base Camp, das außerhalb der Frühjahrs-Expeditionssaison meist leer und ruhig daliegt. Der Khumbu-Eisfall, Startpunkt der klassischen Everest-Besteigungsroute, ist von hier aus deutlich sichtbar. Nach der Rückkehr nach Gorak Shep endet der Tag mit insgesamt rund acht Gehstunden, einer der längsten Etappen der gesamten Tour, gefolgt vom Aufstieg auf den Kala Patthar am nächsten Morgen.
5.364 m8 Std. GehzeitTeahouse - Tag14
Kala Patthar – Abstieg nach Lobuche
Tag 14 beginnt mit dem Aufstieg vor Sonnenaufgang auf den Kala Patthar (5.545 m), den höchsten Punkt der gesamten Tour und den besten Aussichtspunkt auf die Everest-Nordwand ohne technische Kletterei. Bei klarer Sicht reicht der Blick von Everest über Nuptse und Changtse bis zum Khumbu-Eisfall. Die Kälte am frühen Morgen ist auf dieser Höhe erheblich, weshalb warme Kleidung in mehreren Schichten Pflicht ist. Nach dem Abstieg nach Gorak Shep führt der weitere Weg über rund sechs Gehstunden zurück nach Lobuche. Dieser Tag markiert den höchsten Punkt der Reise und zugleich den Beginn des Rückwegs über den dritten und letzten Pass, den Kongma La.
5.545 m6 Std. GehzeitTeahouse - Tag15
Überquerung des Kongma La – Chukhung
Tag 15 überquert mit dem Kongma La (5.535 m) den dritten und letzten Hochpass der Tour. Der Aufstieg von Lobuche beginnt früh und führt über langes, lockeres Blockgeröll, das bei Vereisung besondere Trittsicherheit verlangt. Anders als Renjo La und Cho La ist dieser Pass wegen seiner Abgeschiedenheit deutlich weniger begangen, was Orientierung und Wetterentscheidungen zusätzlich in die Hände deines Guides legt. Vom höchsten Punkt aus zeigt sich der Khumbu-Gletscher von seiner östlichen, kaum besuchten Seite. Der Abstieg auf der anderen Seite führt steil hinunter ins ruhigere Chukhung-Tal auf 4.730 m. Mit rund acht Gehstunden auf technischem Gelände schließt dieser Tag die drei Passüberquerungen der Tour ab.
4.730 m8 Std. GehzeitTeahouse - Tag16
Puffertag in Chukhung
Tag 16 ist als Puffertag in Chukhung (4.730 m) eingeplant, um Wetterverzögerungen an einem der drei Pässe auszugleichen, ohne den restlichen Zeitplan zu gefährden. War die Route bislang planmäßig verlaufen, bietet dieser Tag die Möglichkeit einer optionalen, rund dreistündigen Wanderung Richtung Chukhung Ri mit Blick auf Lhotse, Ama Dablam und Island Peak. Der Tag dient zugleich der Erholung nach drei anstrengenden Passtagen innerhalb weniger Tage. Chukhung selbst ist ein kleines, ruhiges Tal abseits der Hauptroute mit deutlich weniger Trekkingverkehr als Namche oder Lobuche und bietet damit Ruhe nach den intensiven Tagen zuvor. Ab dem nächsten Tag beginnt der mehrtägige Abstieg zurück Richtung Lukla, der die Route wieder in bekanntere, tiefer gelegene Gebiete führt.
4.730 m3 Std. GehzeitTeahouse - Tag17
Chukhung – Namche Bazaar
Tag 17 führt von Chukhung (4.730 m) über rund sieben Gehstunden zurück nach Namche Bazaar auf 3.440 m. Der Weg verläuft über Pangboche und das Kloster von Tengboche, dem bedeutendsten buddhistischen Kloster im Khumbu, bevor er in den bereits bekannten Hauptweg der ersten Trekkingtage mündet. Der deutliche Höhenverlust von über 1.200 Metern an einem Tag macht sich spürbar leichter an, als es die reine Gehzeit vermuten lässt, da der Sauerstoffgehalt der Luft mit jedem Kilometer zunimmt. Namche Bazaar empfängt dich mit warmen Duschen, besserem Essen und schnellerem Internet als in den vergangenen Tagen im Hochgebirge, ein spürbarer Kontrast nach den Nächten in Lungden, Dzongla und Chukhung.
3.440 m7 Std. GehzeitTeahouse - Tag18
Namche Bazaar – Lukla
Tag 18 bringt dich über rund sieben Gehstunden von Namche Bazaar (3.440 m) zurück nach Lukla auf 2.860 m und schließt damit die eigentliche Trekkingroute ab. Der Weg folgt größtenteils der Strecke der ersten Tage talabwärts, wirkt aber nach drei Wochen im Hochgebirge deutlich vertrauter und leichter. Unterwegs bleibt Zeit für einen letzten Blick zurück auf die Berge, die die vergangenen Tage geprägt haben. In Lukla endet die gemeinsame Zeit mit dem Träger, der dich seit dem dritten Tag begleitet hat. Der Abend eignet sich für einen gemeinsamen Ausklang mit Guide und Trägerteam, bevor am nächsten Morgen der Rückflug nach Kathmandu ansteht.
2.860 m7 Std. GehzeitTeahouse - Tag19
Flug nach Kathmandu
Tag 19 beginnt mit dem Rückflug von Lukla nach Kathmandu (1.400 m), der je nach Wetterlage am frühen Morgen stattfindet, um die meist stabileren Bedingungen zu nutzen. Nach der Ankunft und dem Transfer zum Hotel bleibt der gesamte Nachmittag zur freien Verfügung, ein wichtiger Kontrast nach 20 Tagen körperlicher Anstrengung und drei Passüberquerungen über 5.300 m. Viele nutzen die Zeit für eine warme Dusche mit konstantem Wasserdruck, ein Restaurant außerhalb der Teehausküche oder einfach Ruhe. Bei Bedarf bespricht dein Guide am Nachmittag den Rückblick auf die gesamte Tour sowie offene Fragen zur Weiterreise oder zum internationalen Rückflug nach Hause, bevor am letzten Tag nur noch der Puffer für Lukla-Verzögerungen ansteht.
1.400 m0 Std. GehzeitHotel - Tag20
Puffertag und Abreise
Tag 20 ist als Puffertag für verspätete oder ausgefallene Lukla-Flüge eingeplant, ein Risiko, das bei jeder Everest-Region-Tour aufgrund von Wetterumschwüngen realistisch bleibt. Ist der Rückflug am Vortag planmäßig verlaufen, steht dir dieser letzte Tag in Kathmandu (1.400 m) frei zur Verfügung, etwa für einen Besuch im Kathmandutal, letzte Einkäufe oder ein entspanntes Ausklingen der Reise. Am Abend oder je nach Flugzeit übernimmt unser Team den Transfer zum Flughafen Tribhuvan für deinen internationalen Rückflug. Mit diesem Tag endet der Everest-Drei-Pässe-Trek nach 20 Tagen, drei Hochpässen über 5.300 m und einer der anspruchsvollsten und zugleich vollständigsten Routen im gesamten Khumbu, mit Erinnerungen an Renjo La, Cho La, Kongma La, Gokyo und das Everest Base Camp.
1.400 m0 Std. GehzeitHotel
Kosten & Leistungen
Leistungen inklusive
- Inlandsflüge Kathmandu–Lukla–Kathmandu
- Alle Übernachtungen: Hotel in Kathmandu, Teehäuser während des Treks
- Vollpension (Frühstück, Mittag- und Abendessen) während des gesamten Treks
- Erfahrener, englischsprachiger Trekkingguide
- Träger (max. 15 kg Gepäck pro Person)
- Alle erforderlichen Permits und Nationalpark-Gebühren
Nicht inklusive
- Internationaler Flug nach und von Kathmandu
- Nepal-Visum
- Reise- und Rücktransportversicherung (inkl. Hubschrauberrettung)
- Trinkgelder für Guide und Träger
- Persönliche Trekkingausrüstung
Dokumente
Erforderliche Permits
- Sagarmatha-Nationalpark-Permit
- Khumbu-Pasang-Lhamu-Gebühr
Mehr zu Permits, Kosten und Beantragung findest du in unserem Ratgeber Trekking-Permits in Nepal (TIMS & ACAP).
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