Technische Expedition am Matterhorn des Himalaya
Ama Dablam Expedition
29 Tage für die Besteigung des Ama Dablam (6.812 m): technisches Klettern über drei Hochlager, für erfahrene Bergsteiger mit Vorerfahrung an Fixseilen und im Gemischtgelände.
- Dauer
- 29 Tage
- Schwierigkeit
- Technisch
- Max. Höhe
- 6.812 m
- Gruppengröße
- 2–6 Personen
- Startpunkt
- Lukla
- Preis ab
- 6.250 €
Die Ama Dablam Expedition ist eine 29-tägige technische Besteigung des 6.812 Meter hohen Ama Dablam im Khumbu. Über drei Hochlager und Fels- und Eisgelände bis UIAA IV steigst du zum Gipfel. Kaum ein Berg sieht so markant aus. Eine steile Felspyramide über dem Dorf Pangboche, und unter dem Gipfel hängt ein Gletscher wie ein Anhänger, auf Sherpa ein Dablam. 6.812 Meter sind weit weniger als der Everest, aber die Kletterei macht den Ama Dablam zu einer der anspruchsvolleren kommerziell geführten Expeditionen im Himalaya.
Dich begleitet ein eigener Climbing Sherpa, einer pro Teilnehmer, der mit dir klettert und nicht eine ganze Gruppe betreut. Ab 6.250 € pro Person, mit Inlandsflügen, Permits, Vollpension und Fixseilen bis zum Gipfel. Ein Einstieg ins Höhenbergsteigen ist das nicht. Du brauchst Erfahrung am Fixseil und im alpinen Mixgelände, am besten mit einem Sechstausender wie dem Island Peak vorher.
Für wen eignet sich die Ama Dablam Expedition?
Für Leute mit Fixseilerfahrung. Trekking-Kondition allein reicht nicht. Am Ama Dablam musst du mit Steigeisen auf Fels sicher stehen, am Fixseil mit dem Jumar aufsteigen und bei Kälte und Wind zügig abseilen. Hast du schon einen technischen Sechstausender wie den Island Peak oder Lobuche East bestiegen oder einen ähnlichen Berg im Mixgelände, bringst du die Grundlage mit.
Wir führen die Expedition seit 2016 mit unserem fest angestellten Team in Kathmandu, ohne wechselnde Subunternehmer, und mit vollen Akklimatisierungstagen statt eines gehetzten Programms. Vor dem Gipfelversuch steigst du dreimal in die Hochlager auf. Puffer gibt es auch. Die Gruppen bleiben bei höchstens sechs Teilnehmern. Bist du unsicher, ob deine Erfahrung reicht, sprich vor der Buchung mit unserem Team. Wir schätzen deine Eignung anhand deiner bisherigen Besteigungen ein.
Route und Charakter
Von Lukla (2.860 m) geht es durch das Khumbu über Phakding und Namche Bazaar (3.440 m) nach Tengboche (3.860 m) mit seinem Kloster und weiter über Pangboche (3.985 m) ins Basislager auf etwa 4.600 Metern. Sieben Tage dauert der Zustieg. Er dient der Akklimatisierung, bevor das Klettern beginnt. Ab dem Basislager ist alles anders. Statt Wanderwegen ein Grat aus Fels, Schnee und Eis, aufgeteilt in drei Hochlager.
Camp 1 liegt auf etwa 5.700 Metern am Fuß des Südwestgrats und wird über festen Fels und Blockgelände erreicht. Camp 2 auf rund 5.900 bis 6.000 Metern kommt nach dem Yellow Tower, einem gelben Felsband mit der schwierigsten Kletterei der Route. Dahinter folgt der Mushroom Ridge, ein ausgesetzter Schnee- und Eisgrat, benannt nach den pilzförmigen Wechten, die der Wind dort formt, und darüber Camp 3 auf etwa 6.300 Metern. Von dort führt eine steile, ausgesetzte Schneeflanke zum Gipfel. Zurück geht es auf derselben Route, weil es für geführte Expeditionen praktisch keine andere gibt.
Auf dem Zustieg schläfst du in Teehäusern, ab dem Basislager in Expeditionszelten, versorgt von einer eigenen Küchenmannschaft, die auch das Essen für die Hochlager vorbereitet. Lukla bleibt der unsicherste Punkt der Logistik. Geflogen wird nur bei guter Sicht, und Verspätungen von einem oder mehreren Tagen kommen vor. Deshalb planen wir am Ende einen Tag mehr in Kathmandu ein, als der Rückflug eigentlich braucht. Mehr dazu in unserem Artikel über gestrichene Lukla-Flüge.
Schwierigkeit und technische Anforderungen
UIAA IV ist die schwierigste Stelle. Hände und Füße suchen dort aktiv Halt. Das betrifft vor allem den Yellow Tower zwischen Camp 1 und Camp 2, steilen, festen Fels mit Fixseilen, den du in Bergschuhen und teils mit Steigeisen auf blankem Fels kletterst. Diese Mischung aus Fels und Eis im selben Gelände trennt den Ama Dablam von reinen Schnee- und Gletschertouren. Die Gesamtbewertung AD fasst zusammen, was dich erwartet, anhaltende Steilheit, ausgesetzte Grate und mehrere kurze, ernste Kletterstellen statt einer einzigen Schlüsselstelle.
Zwischen Camp 1 und Camp 3 brauchst du über weite Strecken Fixseiltechnik. Du steigst mit dem Jumar an fest verankerten Seilen auf und seilst dich beim Abstieg mit dem Sicherungsgerät ab, oft mehrmals am Tag, bei Kälte und mit dicken Handschuhen. Das muss sitzen. Am Berg ist keine Zeit zum Üben. Der Mushroom Ridge verlangt zusätzlich sicheren Tritt auf einem schmalen Grat aus Schnee und Firn, der auf beiden Seiten steil abfällt, und deshalb ist er durchgehend mit Fixseilen gesichert, die unsere Sherpas mit dem Team vorbereiten.
Dann die Höhe. Über 5.900 Metern lassen Reaktion und Armkraft spürbar nach, genau dort, wo das Fixseil am meisten Kraft verlangt. Der Gipfeltag von Camp 3 hinauf und zurück dauert bei gutem Wetter zehn bis zwölf Stunden und vereint alles, Steigeisen auf Fels und Eis, Fixseile und ausgesetzte Gratkletterei, in großer Höhe und Kälte. Wer hier scheitert, hat meist die eigene Kondition überschätzt und weniger die Technik unterschätzt. Dein persönlicher Climbing Sherpa sichert dich an den heiklen Stellen.
Beim Abstieg passiert am Ama Dablam mehr als beim Aufstieg, wie an vielen technischen Bergen. Nach dem Gipfel lässt die Konzentration nach, genau an den Fixseilen, wo sie am meisten gebraucht wird, etwa beim Abseilen durch den Yellow Tower. Steinschlag im unteren Teil zwischen Basislager und Camp 1 und Wechten am Mushroom Ridge gehören zum Bild dieser Route. Feste Fixseile, sorgfältige Routenwahl und die Erfahrung der Sherpas halten sie berechenbar. Dazu planen wir Erholung vor dem Gipfelversuch ein, und die Betreuung eins zu eins greift gerade beim Abstieg, wenn die eigene Aufmerksamkeit am stärksten nachlässt.
Voraussetzungen für die Ama Dablam Expedition
Wir empfehlen vorher einen Sechstausender mit technischem Gelände, etwa den Island Peak oder Lobuche East. Trekking-Erfahrung reicht nicht, auch nicht auf dem Niveau des Everest Base Camp, weil ab dem Basislager geklettert wird. Jumar und Abseilgerät am Fixseil solltest du schon können, etwa aus einem Alpinkletterkurs oder von Klettersteigen bis UIAA IV.
Die Expedition verlangt Ausdauer über Wochen. Ein starker Gipfeltag reicht nicht. Du trägst an mehreren Tagen Gewicht zwischen den Lagern und musst dich nach Kletterstellen in großer Höhe noch konzentrieren können. Ein Gesundheitscheck mit Belastungs-EKG ist vor jeder Expedition dieser Art sinnvoll, besonders ab 45. Mehr zur Vorbereitung im Ratgeber zur Fitness für Gipfelbesteigungen.
Permits und Formalitäten
Die Besteigungsgenehmigung stellt das nepalesische Tourismusministerium aus. Der Ama Dablam ist ein Expeditionsberg, kein Trekkingpeak der Nepal Mountaineering Association. Die Gebühr hängt von der Saison ab, im Frühjahr und Herbst ist sie höher als im Winter oder Sommer, und das Ministerium passt sie ab und zu an, weshalb wir dir den aktuellen Betrag erst bei der Buchung nennen. Dazu kommen das Permit für den Sagarmatha-Nationalpark und die Gebühr der Gemeinde Khumbu Pasang Lhamu.
Für Expeditionen dieser Klasse teilt die Behörde einen Verbindungsoffizier zu. Den ganzen Kontakt mit den Behörden übernimmt aber unser Team in Kathmandu, damit für dich am Berg nichts Administratives anfällt. Die Permits stellen wir am zweiten Tag in Kathmandu aus, dein Guide trägt sie die ganze Zeit bei sich, und du bringst ein Nepal-Visum, bei Ankunft oder vorab online, und einen Reisepass mit mindestens sechs Monaten Gültigkeit mit. Eines noch. Pflicht ist eine Kranken- und Bergungsversicherung mit ausdrücklicher Expeditionsdeckung bis 7.000 Meter, die unser Team vor dem Abflug prüft. Mehr im Ratgeber zu Permits.
Beste Reisezeit für den Ama Dablam
Wir bieten die Expedition nur im April, Mai, Oktober und November an. Nur dann treffen stabile Wetterphasen und vertretbares Risiko an den Hochlagern zusammen. Von Juni bis September bringt der Monsun Schnee und Nebel, die Fixseile am Yellow Tower und am Mushroom Ridge vereisen, und die Sicht für die Routenfindung fehlt. Im Winter fällt die Temperatur an den Hochlagern weit unter minus zwanzig Grad, und der Jetstream zieht oft direkt über den Gipfel. Bei solchem Wind führt kein verantwortungsvoller Guide einen Gipfelversuch.
Frühjahr und Herbst unterscheiden sich im Detail. Im Frühjahr liegt meist mehr Schnee auf dem Mushroom Ridge, was das Gehen erleichtert, an steilen Flanken aber die Lawinengefahr erhöht. Im Herbst ist der Fels am Yellow Tower nach dem Monsun oft trockener und griffiger. Unser Team beobachtet die Prognosen laufend und legt den Gipfelversuch innerhalb der Puffer auf das stabilste Fenster, statt am ursprünglichen Datum festzuhalten.
Ausrüstung für eine technische Expedition
Pflicht sind Steigeisen mit zwei Frontalzacken, die im Mixgelände am Yellow Tower und am Mushroom Ridge auf Fels und Eis halten. Dazu ein technischer Eispickel mit gebogenem Schaft für die steileren Eisstellen. Ein klassischer Wanderpickel reicht hier nicht. Für die Fixseile brauchst du Jumar, Abseil- und Sicherungsgerät und einen Gurt, der auch über dicke Daunenkleidung passt, und oberhalb des Basislagers trägst du immer einen Helm.
Für Camp 3 und den Gipfeltag brauchst du Doppelstiefel für Höhen über 6.000 Meter bis minus vierzig Grad, dünne Handschuhe für die Arbeit am Seil und dicke Expeditionshandschuhe für den Gipfel. Dazu ein Daunenanzug oder Daunenjacke und -hose und ein Expeditionsschlafsack bis mindestens minus dreißig Grad. Die Schichten folgen dem üblichen Prinzip, Merino, isolierende Mittelschicht, winddichte Außenschicht, aber für die Hochlager brauchst du eine zusätzliche sehr warme Schicht, weil du dort mehrere Tage am Stück in der Kälte campierst. Ein persönliches Erste-Hilfe- und Medikamenten-Set stimmst du mit unserem Team ab, auch was Höhenmedikamente angeht. Stöcke helfen auf dem Zustieg und bleiben ab dem Basislager im Gepäck. Die Grundausrüstung steht in unserer Packliste, und vieles davon kannst du in Kathmandu leihen.
Vergleich zum Island Peak
Der Island Peak (6.189 m) ist der klassische erste Sechstausender für Trekker mit guter Kondition und wenig Klettererfahrung. Dort gehst du vor allem über Gletscher und Firn und steigst nur kurz vor dem Gipfel ein steiles Stück am Fixseil. Am Ama Dablam kletterst du bis UIAA IV, verteilt über mehrere Tage und drei Hochlager, dazu kommt der ausgesetzte Mushroom Ridge, für den es am Island Peak nichts Vergleichbares gibt.
Auch die Zeit ist eine andere. Der Island Peak dauert bei uns 19 Tage mit Zustieg, die Ama Dablam Expedition 29, weil mehrere Runden zwischen den Lagern nötig sind, um Fixseile zu legen und den Körper Schritt für Schritt an die Höhe zu gewöhnen. Bist du unsicher, ob deine Erfahrung reicht, sind Island Peak oder Lobuche East eine gute Vorbereitung. Sie bringen dir genau die Fixseiltechnik und Höhenerfahrung, die der Ama Dablam voraussetzt.
Bereit für den Ama Dablam?
Vor jeder Buchung steht ein persönliches Gespräch mit unserem Team in Kathmandu. Wir wollen deine bisherigen Besteigungen, deine Erfahrung am Fixseil und deine Verfassung kennen, bevor du dich für 29 Tage am Berg entscheidest. Dabei klären wir auch, ob vorher eine Tour wie der Island Peak sinnvoll ist. Termine im Frühjahr und Herbst stimmen wir mit dir ab, weil die Gruppen klein bleiben und jeder seinen eigenen Climbing Sherpa hat. Schick uns dein Bergsteiger-Profil. Wir sagen dir offen, ob der Ama Dablam der richtige nächste Schritt ist.
Impressionen
Bildergalerie
Tag für Tag
Reiseverlauf
Orte auf dieser Tour:KathmanduLukla
- Tag1
Ankunft in Kathmandu
Unser Team holt dich am Flughafen Tribhuvan ab und bringt dich ins Hotel in Thamel. Am Abend triffst du dein Guide-Team und die anderen Teilnehmer der Expedition. Der Rest des Tages gehört der Zeitumstellung. Fehlt noch etwas an persönlicher Kletterausrüstung, ein Jumar, Karabiner oder warme Handschuhe, bekommst du es hier in den Läden von Thamel, bevor es übermorgen Richtung Lukla geht.
1.400 m0 Std. GehzeitHotel - Tag2
Vorbereitungstag in Kathmandu
Am Vormittag prüft unser Team mit dir die ganze Kletter- und Höhenausrüstung, von den Steigeisen bis zum Expeditionsschlafsack, und ergänzt Fehlendes aus dem eigenen Lager. Am Nachmittag folgt das große Briefing. Route, Schwierigkeitsgrad AD, Ablauf der Rotationen und alle Fragen zum Yellow Tower und zum Mushroom Ridge. Wer noch Zeit hat, besucht Swayambhunath oder Pashupatinath. Früh schlafen, der Flug geht morgen.
1.400 m0 Std. GehzeitHotel - Tag3
Flug nach Lukla und Trek nach Phakding
Eine halbe Stunde Flug, dann landest du in Lukla auf 2.860 Metern. Von der Piste geht es direkt talabwärts am Dudh Koshi entlang, rund drei Stunden auf gutem Weg durch Kiefernwald, an Manisteinen, Gebetsfahnen und dem Dorf Chaurikharka vorbei, bis Phakding auf 2.610 Metern. Ein sanfter Einstieg nach dem Höhensprung im Flugzeug. Über dem Tal stehen schon die ersten Sechstausender.
2.610 m3 Std. GehzeitTeahouse - Tag4
Phakding nach Namche Bazaar
Über mehrere Hängebrücken, darunter die hohe Hillary-Brücke, und durch Monjo, wo am Eingang des Sagarmatha-Nationalparks dein Permit geprüft wird. Dann folgt ein steiler Anstieg von rund 600 Höhenmetern durch Wald, unterwegs mit dem ersten Blick auf den Everest. Nach rund sechs Stunden erreichst du Namche Bazaar auf 3.440 Metern. Cafés, Ausrüstungsläden, eine Bank. Hier bleibst du zwei Nächte zur ersten Akklimatisierung.
3.440 m6 Std. GehzeitTeahouse - Tag5
Akklimatisierungstag in Namche Bazaar
Hoch gehen, tief schlafen. Du steigst zum Everest View Hotel auf etwa 3.880 Meter und siehst bei klarem Wetter Everest, Lhotse und Ama Dablam nebeneinander, den Berg, um den sich die nächsten Wochen drehen. Dann zurück nach Namche. Dieses Prinzip begleitet dich durch die ganze Expedition. Am Nachmittag ist Zeit für das Sherpa-Kulturmuseum oder, an einem Samstag, den Markt.
3.440 m4 Std. GehzeitTeahouse - Tag6
Namche Bazaar nach Tengboche
Auf breitem Pfad mit Blick auf Ama Dablam, Everest und Lhotse, dann hinunter zum Fluss bei Phunki Tenga und steil wieder hinauf nach Tengboche auf 3.860 Metern. Rund fünf Stunden in ruhigem Tempo. Das Kloster ist das bedeutendste im Khumbu, und am Nachmittag kannst du der Zeremonie der Mönche zuhören. Der Ama Dablam wird mit jedem Tag größer. Du schläfst in einem Teehaus neben dem Kloster.
3.860 m5 Std. GehzeitTeahouse - Tag7
Tengboche nach Pangboche
Ein kurzer Tag, rund vier Stunden, durch Rhododendronwald und über offene Weiden, meist eben am Fluss entlang. Pangboche auf 3.985 Metern ist eines der ältesten Sherpa-Dörfer im Khumbu, mit dem ältesten Kloster der Region. Viele Expeditionen holen sich hier den Segen der Mönche, bevor sie aufsteigen, und von hier siehst du die Südwestseite des Ama Dablam zum ersten Mal in voller Größe. Die Landschaft wird karger.
3.985 m4 Std. GehzeitTeahouse - Tag8
Akklimatisierungs- und Pufferwandertag bei Pangboche
Ein Puffer und Akklimatisierungstag. Haben Wetter oder Flüge den Zustieg verzögert, holst du heute die Zeit auf. Sonst wanderst du in rund drei Stunden zu einem Aussichtspunkt über Pangboche auf etwa 4.000 Meter und schaust auf die Route zu den ersten Hochlagern. Wetterumschwünge sind im Khumbu häufig. Ein starrer Plan ohne Reserve würde das Risiko am Berg später erhöhen.
4.000 m3 Std. GehzeitTeahouse - Tag9
Pangboche zum Ama Dablam Base Camp
Über steiniges, alpines Gelände mit Wacholderbüschen und Geröllfeldern steigst du in rund fünf Stunden zum Base Camp auf 4.600 Metern, einer flachen Moräne am Fuß des Südwestgrats. Von hier überblickst du die ganze Route bis zum Gipfel. Ab jetzt wohnst du im Zelt, betreut von unserer eigenen Küchen- und Lagercrew, die die ganze Expedition über bleibt. Am Nachmittag richtest du dein Zelt ein und lässt dir Camp 1, 2 und 3 zeigen, die du bei klarem Wetter teils schon siehst.
4.600 m5 Std. GehzeitZelt - Tag10
Materialcheck und Puja-Zeremonie im Base Camp
Am Vormittag ist Puja. Ein Lama bittet um gutes Wetter und einen sicheren Aufstieg, und erst danach steigen die Sherpas in die Wand. Für die Expedition ist das kein Folklore-Termin. Danach prüft dein Climbing Sherpa mit dir jedes Teil, das du in den Hochlagern brauchst, und ihr übt am Fixseil beim Lager, bis Jumar und Abseilen sitzen. Ein ruhiger Tag auf 4.600 Metern, der den Körper weiter an die Höhe gewöhnt.
4.600 m2 Std. GehzeitZelt - Tag11
Erste Rotation Richtung Camp 1
Die erste Rotation. Über Blockgelände und die ersten Fixseile steigst du Richtung Camp 1 bis auf etwa 5.200 Meter, ohne das Lager selbst zu erreichen. So testest du Jumar und Steigeisen auf Fels unter echten Bedingungen, und dein Körper lernt die Luft über 5.000 Metern kennen. Am späten Nachmittag steigst du zurück ins Base Camp und schläfst auf 4.600 Metern. Hoch steigen, tief schlafen, auch hier.
5.200 m5 Std. GehzeitZelt - Tag12
Pufferrest im Base Camp
Ein Ruhetag nach der ersten Rotation. Muskelkater und leichte Kopfschmerzen sind jetzt normal, und unser Team behält sie im Blick. Du trocknest Ausrüstung, prüfst Seile und Karabiner und besprichst die nächste Rotation, bei der du zum ersten Mal in Camp 1 schläfst. Ein kurzer Spaziergang auf der Moräne tut besser als ein Tag im Zelt.
4.600 m1 Std. GehzeitZelt - Tag13
Base Camp nach Camp 1
Die zweite Rotation, mit der ersten Nacht über 5.000 Metern. Über immer steileres Fels- und Blockgelände steigst du am Fixseil mit dem Jumar in rund fünf Stunden zu Camp 1 auf etwa 5.700 Metern. Das Lager liegt auf einer schmalen Terrasse am Südwestgrat, ausgesetzt, aber mit genug Platz für die Zelte. Die Luft ist dünn. Der Abend gehört dem Trinken und Ausruhen, und dein Climbing Sherpa bleibt in der Nacht in deiner Nähe.
5.700 m5 Std. GehzeitZelt - Tag14
Camp 1 nach Camp 2 über den Yellow Tower
Heute kommt der Yellow Tower, die schwierigste Felsstelle der Route, mit Kletterei bis zum vierten Grad. Über mehrere Seillängen gehst du am Fixseil, teils mit Steigeisen auf blankem Fels. Danach führt gemischtes Gelände aus Fels und Firn zu den Zeltplätzen von Camp 2 auf rund 5.900 Metern, die in einer steilen Flanke liegen. Diese Rotation dient der Akklimatisierung, und die Sherpas legen dabei zusätzliche Fixseile für den Gipfelversuch. Die Nacht auf fast 6.000 Metern ist ein Test für deinen Körper.
5.900 m6 Std. GehzeitZelt - Tag15
Abstieg von Camp 2 zum Base Camp
Zurück durch den Yellow Tower und über Camp 1 ins Base Camp auf 4.600 Metern. Abseilen am Fixseil verlangt eigene Technik und volle Konzentration, vor allem im unteren, felsigen Teil, wo nach zwei Nächten in der Höhe die Müdigkeit die größte Gefahr ist. Dein Climbing Sherpa sichert dich an den ausgesetzten Stellen. Im Base Camp warten ein warmes Essen und eine Schüssel heißes Wasser zum Waschen. Jetzt kommen Ruhetage.
4.600 m5 Std. GehzeitZelt - Tag16
Erholungstag im Base Camp
Erholung nach zwei Rotationen mit Nächten über 5.700 Metern. Schlafen, essen, trinken, und das in großen Mengen. Diese Erholung gehört fest ins Programm, denn den Gipfel schaffst du nur mit vollen Kräften. Unser Team wertet derweil die Wetterprognose aus, und bei Bedarf misst es bei allen die Sauerstoffsättigung, um zu sehen, wie gut jeder akklimatisiert ist.
4.600 m1 Std. GehzeitZelt - Tag17
Wetterpuffer im Base Camp
Ein Wetterpuffer. Verlässliche Prognosen für über 6.000 Meter zeigen ein stabiles Fenster oft erst wenige Tage vorher, deshalb zählt hier Flexibilität mehr als ein fester Plan. Je nach Vorhersage ruhst du weiter oder startest einen Tag früher Richtung Camp 1. Gemeinsam besprecht ihr die Strategie für den Gipfel, mit Aufbruchszeit in Camp 3 und Ersatztagen, falls der Wind zu stark bleibt. Danach die letzte Materialkontrolle.
4.600 m1 Std. GehzeitZelt - Tag18
Base Camp nach Camp 1: Aufstieg zum Gipfelversuch
Der Gipfelversuch beginnt. Den Weg nach Camp 1 auf 5.700 Metern kennst du jetzt, die Technik am Fixseil sitzt, und dein Körper ist an die Höhe gewöhnt. Es geht leichter als beim ersten Mal. Die Stimmung im Team ist konzentrierter, denn jeder Tag führt jetzt auf den Gipfel zu. Dein Climbing Sherpa geht mit dir die Zeitfenster der nächsten Tage durch und prüft ein letztes Mal deine Ausrüstung.
5.700 m5 Std. GehzeitZelt - Tag19
Camp 1 nach Camp 2
Wieder über den Yellow Tower nach Camp 2 auf rund 5.900 Metern. Die Kletterstellen kennst du, aber die Höhe und die Müdigkeit der letzten Tage machen jeden Schritt schwerer. In Camp 2 sammeln sich die Teams für den Weiterweg. Der Blick reicht über weite Teile des Khumbu bis zu Everest und Lhotse, aus einer Höhe, die nur wenige erleben. Die Nacht ist kurz.
5.900 m6 Std. GehzeitZelt - Tag20
Camp 2 nach Camp 3 auf dem Mushroom Ridge
Über gemischtes Gelände aus Fels und Eis geht es zum Mushroom Ridge, einem schmalen, ausgesetzten Firngrat, auf dem du durchgehend am Fixseil gehst. Volle Konzentration. Camp 3 auf etwa 6.300 Metern hat nur kleine Zeltplätze direkt am Grat, und jeder Handgriff mit der Ausrüstung muss sitzen. Für Notfälle hat das Team Sauerstoff dabei. Früh essen, früh in den Schlafsack, denn der Gipfeltag beginnt in der Nacht.
6.300 m5 Std. GehzeitZelt - Tag21
Gipfeltag: Camp 3 zum Gipfel und Abstieg nach Camp 2
Der längste Tag. Lange vor Sonnenaufgang steigst du von Camp 3 über steile Schnee- und Eisflanken neben der Dablam, dem Hängegletscher, der dem Berg seinen Namen gibt, zum Gipfelgrat und auf den Gipfel auf 6.812 Metern. Fels, Eis und Schnee wechseln sich ab, immer am Fixseil, immer mit deinem Climbing Sherpa. Oben siehst du Everest, Lhotse und Makalu. Die Zeit am Gipfel bleibt kurz. Der Abstieg nach Camp 2 dauert oft so lange wie der Aufstieg und verlangt an jedem Fixseil Vorsicht.
6.812 m10 Std. GehzeitZelt - Tag22
Abstieg von Camp 2 zum Base Camp
Durch Camp 1 und den Yellow Tower zurück ins Base Camp auf 4.600 Metern. Auch wenn die Höhe abnimmt, ist dieser Tag hart, denn Müdigkeit und nachlassende Konzentration sind an den Fixseilen die größte Gefahr. Dein Climbing Sherpa bleibt bis zum letzten Seil an deiner Seite. Im Base Camp wartet das Team mit warmem Essen und oft einer kleinen Feier.
4.600 m5 Std. GehzeitZelt - Tag23
Erholungs- und Reservetag im Base Camp
4.600 Meter bleibt die Höhe an diesem ersten von zwei Reservetagen am Ende im Base Camp, die für Erholung nach dem Gipfelversuch und als zusätzlicher Zeitpuffer eingeplant sind. Musste der Gipfel wegen des Wetters verschoben werden, ist heute das Fenster für einen zweiten Versuch, abgestimmt mit dem Team und dem Zeitplan bis zum Rückflug. Meist ist der Gipfel aber schon geschafft. Dann steht nichts an außer essen, schlafen und ein wenig Bewegung.
4.600 m1 Std. GehzeitZelt - Tag24
Zweiter Reservetag im Base Camp
Der letzte Puffer gegen unerwartete Verzögerungen. Die Sherpas beginnen mit dem Abbau, sammeln Fixseile ein, prüfen sie und bereiten sie für den Rücktransport vor, damit nichts am Berg zurückbleibt. Für dich ist es ein Ruhetag vor dem Weg ins Tal. Ein letzter Blick hinauf zu Camp 1, 2 und 3 zeigt dir, was du in den letzten Wochen geschafft hast.
4.600 m1 Std. GehzeitZelt - Tag25
Base Camp nach Pangboche
Rund sechs Stunden hinunter nach Pangboche auf 3.985 Metern, oder ins nahe Deboche, auf dem Weg des Aufstiegs, aber mit viel mehr Luft. Nach Wochen im Zelt fühlt sich ein Teehaus mit richtigem Bett fast luxuriös an. Unterwegs drehst du dich noch einmal um und siehst den Ama Dablam, diesmal mit dem Wissen, wie die Route aus der Nähe aussieht. Die Landschaft wird grün.
3.985 m6 Std. GehzeitTeahouse - Tag26
Pangboche nach Namche Bazaar
Rund fünf Stunden über Tengboche und durch Rhododendronwald zurück nach Namche Bazaar auf 3.440 Metern. Cafés, warme Duschen, eine lange Speisekarte. Nach Wochen im Hochgebirge ist Namche fast eine Stadt. Am Abend zieht das Team ein erstes Resümee der Expedition, mit vielen Geschichten vom Grat.
3.440 m5 Std. GehzeitTeahouse - Tag27
Namche Bazaar nach Lukla
Rund vier Stunden bergab durch das untere Khumbu-Tal, über die bekannten Hängebrücken und durch die Dörfer vom Anfang, nach Lukla auf 2.860 Metern. Hier endet die Expedition im Gelände. Am Abend feiert das ganze Team, mit Trägern und Lagercrew, die dich über Wochen begleitet haben. Wenn du möchtest, gibst du jetzt das Trinkgeld, freiwillig, üblich sind 5 bis 10 Prozent des Reisepreises für alle zusammen.
2.860 m4 Std. GehzeitTeahouse - Tag28
Rückflug nach Kathmandu
Früh am Morgen fliegst du zurück nach Kathmandu, je nach Wetter mit etwas Verzögerung. Dafür ist Puffer eingeplant. Dein Fahrer bringt dich ins Hotel, wo eine heiße Dusche und ein Bett ohne Zeltplane warten. Der Rest des Tages ist frei für Thamel, eine Massage oder Schlaf. Am Abend lädt Reisen Nepal zum Abschlussessen ein, bei dem Fotos und Geschichten der Expedition die Runde machen.
1.400 m1 Std. GehzeitHotel - Tag29
Abreise aus Kathmandu
Nach 29 Tagen endet die Expedition. Je nach Abflugzeit bleibt am Vormittag Zeit für einen letzten Tempel oder ein Erinnerungsstück aus Thamel. Unser Team bringt dich rechtzeitig zum Flughafen und verabschiedet sich persönlich. Für viele beginnt hier schon die Planung für den nächsten großen Berg.
1.400 m0 Std. GehzeitHotel
Kosten & Leistungen
Leistungen inklusive
- Inlandsflüge Kathmandu–Lukla–Kathmandu
- Übernachtung in Teahouses und Hochlagerzelten
- Vollpension während der gesamten Expedition
- Climbing Sherpa (1:1) inklusive Fixseilen an den Hochlagern
- Besteigungsgenehmigung (Climbing Permit) für den Ama Dablam
- Sauerstoff und Ausrüstung für den Notfall
Nicht inklusive
- Internationaler Flug nach Kathmandu
- Nepal-Visum
- Persönliche Kletterausrüstung
- Auslandskranken- und Bergungskostenversicherung mit Expeditionsdeckung
- Trinkgelder
Dokumente
Erforderliche Permits
- Ama-Dablam-Besteigungsgenehmigung
- Sagarmatha-Nationalpark-Permit
Mehr zu Permits, Kosten und Beantragung findest du in unserem Ratgeber Trekking-Permits in Nepal (TIMS & ACAP).
Planung
Beste Reisezeit
Fragen
Häufige Fragen zu Ama Dablam Expedition
Welche Kletter- und Höhenerfahrung brauche ich für die Ama Dablam Expedition?
Was bedeutet Klettern bis UIAA IV am Ama Dablam konkret?
Wie realistisch sind die Erfolgschancen auf dem Gipfel?
Wie viele Ruhe- und Pufferzeiten sind in die Expedition eingeplant?
Was bedeutet 'Climbing Sherpa im Verhältnis 1:1' genau?
Welche Streckenabschnitte am Ama Dablam sind besonders anspruchsvoll?
Alternativen
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