Die drei Königsstädte im Kathmandu-Tal: Kathmandu, Patan und Bhaktapur
Drei Städte, keine 15 Kilometer voneinander entfernt, jede mit eigenem Palast, eigenem Königsplatz und eigener Geschichte. Kathmandu, Patan und Bhaktapur waren über fast 300 Jahre rivalisierende Königreiche. Was davon heute zu sehen ist und wie du die drei an zwei oder drei Tagen erkundest.
Ajay ShresthaGründer & Geschäftsführung12. Oktober 2026
Wer in Kathmandu landet, steht mitten in einem Tal, das einmal drei Königreiche hatte. Nach dem Tod von König Yaksha Malla Ende des 15. Jahrhunderts teilten seine Erben das Kathmandu-Tal unter sich auf, und aus einem Reich wurden drei: Kathmandu, Patan und Bhaktapur. Die drei Malla-Königshäuser waren verwandt und trotzdem Rivalen. Jedes wollte den prächtigeren Palast, die höheren Tempel und die schöneren Feste. Für die Newar-Handwerker des Tals war das ein Glücksfall, denn fast drei Jahrhunderte lang gab es Arbeit für Holzschnitzer, Steinmetze und Metallgießer. Das Ergebnis siehst du heute auf den drei Durbar Squares, den alten Königsplätzen, die mit vier weiteren Stätten das UNESCO-Welterbe Kathmandu-Tal bilden.
Wie die Malla-Zeit endete
Die Rivalität machte die Städte reich und schwach zugleich. Im 18. Jahrhundert drängte Prithvi Narayan Shah, König des kleinen Bergreichs Gorkha, ins Tal. 1768 nahm er Kathmandu ein, der Überlieferung nach am Tag von Indra Jatra, als die Stadt feierte. Bis 1769 fielen auch Patan und Bhaktapur. Shah verlegte seine Hauptstadt nach Kathmandu, und aus den Eroberungen wurde das Königreich Nepal. Die Paläste blieben. Die Königsplätze verloren ihre Herrscher, aber nicht ihre Tempel, und bis heute ziehen die alten Feste jedes Jahr durch dieselben Gassen.
Kathmandu: der Hanuman Dhoka
Der Kathmandu Durbar Square ist der größte und unruhigste der drei Plätze. Rikschas, Mopeds und Händler drängen sich zwischen den Tempeln, und mittendrin liegt der alte Palast Hanuman Dhoka, benannt nach der in rotes Tuch gehüllten Statue des Affengottes am Eingang. Hier wurden die Könige Nepals bis ins 20. Jahrhundert gekrönt. Gegenüber steht der Kumari Ghar, das Haus der lebenden Göttin Kumari, eines Mädchens aus einer Newar-Familie, das bis zur Pubertät als Verkörperung der Göttin Taleju verehrt wird. Manchmal zeigt sie sich am Fenster. Fotografieren ist dann verboten.
Am Südende des Platzes stand der Kasthamandap, ein hölzernes Rasthaus, das der Stadt der Überlieferung nach ihren Namen gab. Beim Erdbeben im April 2015 stürzte er ein. Inzwischen ist er wieder aufgebaut, mit Holz und Techniken wie vor Jahrhunderten. Mehr zur Stadt als Ausgangspunkt für jede Reise steht auf unserer Seite zu Kathmandu.
Patan: die Stadt der Handwerker
Patan, heute Lalitpur, liegt nur über den Fluss Bagmati südlich von Kathmandu. Du bist in 20 Minuten mit dem Taxi da. Der Durbar Square von Patan ist kompakter und ruhiger als der in Kathmandu, und für uns ist er der schönste der drei. Der Krishna-Tempel aus dem Jahr 1637 ist ganz aus Stein gebaut, und über seinen Arkaden erzählen Reliefs Szenen aus den Epen Mahabharata und Ramayana. Im alten Palast ist heute das Patan Museum untergebracht, eines der besten Museen Südasiens für hinduistische und buddhistische Kunst. Wenn du in Nepal nur ein Museum besuchst, dann dieses.
Ein paar Gassen nördlich liegt der Goldene Tempel, ein buddhistisches Kloster mit vergoldeter Fassade, in dem Jungen aus der Gemeinde für einige Zeit als Tempelwächter dienen. In den Werkstätten rundherum gießen Handwerker noch heute Buddhafiguren aus Bronze, nach demselben Wachsausschmelzverfahren wie vor Jahrhunderten. Patan ist auch die Stadt mit den meisten Cafés auf Dachterrassen über dem Königsplatz.
Bhaktapur: die stillste der drei
Bhaktapur liegt rund eine Stunde östlich von Kathmandu und ist weitgehend autofrei. Hier wirkt das Tal am ursprünglichsten. Am Durbar Square stehen der Palast der 55 Fenster und das vergoldete Sonnentor, das König Ranjit Malla 1754 einsetzen ließ. 15 Jahre später fiel seine Stadt als letzte der drei. Auf dem Taumadhi-Platz steht der Nyatapola-Tempel von 1702, mit fünf Dächern die höchste Pagode Nepals. Er hat die Erdbeben von 1934 und 2015 überstanden. Auf dem Töpferplatz trocknen Tonkrüge in der Sonne, und in den Läden gibt es Juju Dhau, den süßen Joghurt aus Büffelmilch. Alles Weitere steht auf unserer Seite zu Bhaktapur.
Welche Stadt für wen
Wer nur einen halben Tag hat, nimmt Patan. Der Platz ist überschaubar, das Museum lohnt sich bei jedem Wetter, und die Fahrt ist kurz. Wer Stimmung sucht und Zeit für einen ganzen Tag hat, fährt nach Bhaktapur und bleibt bis zum Abend, wenn die Tagesbesucher weg sind. Kathmandu Durbar Square liegt zu Fuß von Thamel aus, deshalb sehen ihn die meisten Gäste ohnehin, oft am ersten Nachmittag nach der Ankunft. Alle drei an einem Tag? Geht, ist aber hektisch. Zwei Tage sind besser, mit Patan und Kathmandu am ersten und Bhaktapur am zweiten Tag.
Praktisches
Für ausländische Besucher kostet jeder der drei Königsplätze Eintritt. Die Tickets kaufst du an den Zugängen, und weil sie in den Gassen kontrolliert werden, trägst du sie bei dir, und weil sich die Preise gelegentlich ändern, nennen wir hier keine Zahlen. Bedeckte Schultern und Knie sind an den Tempeln angemessen, und in manche Heiligtümer dürfen nur Hindus. Geh im Uhrzeigersinn um Stupas und Schreine, so wie die Gläubigen. Komm früh. Zwischen sieben und neun Uhr gehören die Plätze den Menschen aus der Nachbarschaft, die Blumen und Reis zu den Tempeln bringen und auf den Stufen Gemüse verkaufen.
Die beste Zeit für das Tal sind Oktober bis April, wenn es trocken ist und die Feste das Jahr strukturieren, mehr dazu im Artikel zum Wetter im Oktober und im Ratgeber zur Religion in Nepal. Auf unserer Rundreise durch Kathmandu, Pokhara und Chitwan sind Kathmandu und Bhaktapur fest eingeplant. Du willst auch nach Patan, oder vor deinem Trek einen Tag in einer der drei Städte verbringen? Schreib uns, wenn du dafür einen Guide aus dem Tal möchtest.
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Häufige Fragen
Welche Königsstadt lohnt sich am meisten?
Kostet der Besuch der Durbar Squares Eintritt?
Wann ist die beste Zeit für die Königsstädte?
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