Reisen Nepal

Bhaktapur

Bhaktapur ist die Stadt im Kathmandu-Tal, in der du am ehesten ahnst, wie das Tal vor hundert Jahren aussah. Die Altstadt liegt auf rund 1.400 Metern, eine Stunde Fahrt östlich von Kathmandu, und ist zum großen Teil autofrei. Backsteinhäuser mit geschnitzten Fenstern, Plätze mit Pagodentempeln und Gassen, in denen Töpfer ihre Drehscheiben mit einem Stock antreiben. Bis Ende des 15. Jahrhunderts war Bhaktapur die Hauptstadt des ganzen Tals, und heute gehört der Durbar Square zum UNESCO-Welterbe des Kathmandu-Tals. Hier leben vor allem Newar, deren Handwerk, Küche und Feste die Stadt prägen.

Was du sehen solltest

Der Durbar Square ist der alte Königsplatz. Hier stehen der Palast der 55 Fenster mit seinen geschnitzten Holzrahmen, das vergoldete Sonnentor und mehrere Tempel aus Stein und Holz. Ein paar Gassen weiter liegt der Taumadhi-Platz mit dem Nyatapola-Tempel, der mit fünf Dächern und rund 30 Metern höchsten Pagode Nepals, gebaut 1702. Steinfiguren von Ringern, Elefanten, Löwen und Göttinnen bewachen die Treppe. Er hat zwei große Erdbeben überstanden. Weiter östlich liegt der Dattatreya-Platz mit dem berühmten Pfauenfenster, und auf dem Töpferplatz trocknen Hunderte Tonkrüge in der Sonne.

Beim Erdbeben 2015 wurden viele Gebäude in Bhaktapur schwer beschädigt. Die meisten Tempel sind inzwischen wieder aufgebaut, mit alten Techniken und viel Holz aus der Region, und an manchen Stellen arbeiten die Handwerker noch heute.

Essen in Bhaktapur

Probier Juju Dhau. Der Name heißt so viel wie König der Joghurts, ein süßer, dicker Joghurt aus Büffelmilch, der in Tonschalen reift und in kleinen Läden rund um den Taumadhi-Platz verkauft wird. Dazu passt eine Teepause auf einer der Dachterrassen über dem Platz, mit Blick auf den Nyatapola. Wer mehr probieren will, bestellt ein Newar-Set mit geschlagenem Reis, Bohnen, Fleisch und scharfen Pickles.

Feste

Mitte April feiert Bhaktapur das nepalesische Neujahr mit Bisket Jatra. Mehrere Tage lang ziehen die Viertel riesige hölzerne Wagen mit Götterfiguren durch die Gassen und zerren dabei um die Wette, und am Fluss wird ein hoher Holzpfahl aufgestellt und wieder umgeworfen. Laut, eng, bunt. Auch zu Dashain im Herbst ist die Stadt voller Leben, wenn Familien zu den Tempeln ziehen. Mehr zu den Festen im Jahreslauf steht im Artikel zum Wetter im April und im Ratgeber zur Religion in Nepal.

Anreise und praktische Tipps

Von Thamel brauchst du mit dem Taxi oder Auto je nach Verkehr 45 Minuten bis eine Stunde. Für ausländische Besucher kostet die Altstadt Eintritt, das Ticket kaufst du an einem der Zugänge und trägst es bei dir, weil es in den Gassen kontrolliert wird. Komm früh. Morgens gehören die Plätze den Einheimischen, die zu den Tempeln gehen und Gemüse verkaufen, und ab dem späten Vormittag kommen die Reisegruppen. Noch schöner ist eine Nacht in einem der kleinen Gästehäuser in der Altstadt, wenn abends die Tagesbesucher weg sind und auf den Plätzen nur noch Butterlampen brennen.

Bhaktapur lässt sich gut mit zwei Zielen in der Nähe verbinden. Der Tempel von Changu Narayan, einer der ältesten des Tals und ebenfalls Welterbe, liegt auf einem Hügel wenige Kilometer nördlich, und von Nagarkot am Rand des Tals siehst du an klaren Morgen die Himalaya-Kette. Beide erreichst du in einer knappen Stunde.

Bhaktapur auf deiner Reise

Die meisten Gäste besuchen Bhaktapur an einem Tag in Kathmandu, vor oder nach dem Trek. Das passt gut, weil du dich nach der Ankunft an Zeit und Klima gewöhnen kannst, ohne gleich in die Höhe zu gehen. Auf unserer Rundreise durch Kathmandu, Pokhara und Chitwan lässt sich Bhaktapur fest einplanen, und vor dem Everest Base Camp Trek ist ein Tag hier ein guter Einstieg. Wie Bhaktapur, Patan und Kathmandu zusammenhängen, steht im Artikel über die drei Königsstädte im Kathmandu-Tal. Schreib uns, wenn du einen Guide für die Altstadt möchtest.

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