Reisewissen
Inlandsflüge in Nepal: Das Streckennetz für Trekking und Rundreisen
In Nepals Bergregionen sind Inlandsflüge oft der einzige praktische Weg zum Start deines Treks. Kleine Propellermaschinen verbinden Kathmandu mit Lukla und Pokhara mit Jomsom und ersparen dir tagelange Fahrten auf Bergstraßen. Die gängigen Strecken, die Flugzeuge und Flughäfen und warum das Wetter immer das letzte Wort hat.
Zuletzt aktualisiert am 7. August 2026 · Passang Dawa Sherpa, Senior Climbing Guide
Ein Inlandsflug in Nepal verbindet Kathmandu oder Pokhara mit einem der kleinen Bergflughäfen, über die du Trekkinggebiete wie das Everest-Gebiet oder das Obere Mustang in Stunden statt in Tagen erreichst. In die hohen Täler führen kaum durchgehende Straßen. Deshalb übernehmen kleine STOL-Flugzeuge, kurz für Short Take-Off and Landing, einen Teil der Strecke, die du sonst zu Fuß oder auf holprigen Pisten zurücklegen müsstest. Am bekanntesten ist Kathmandu-Lukla für den Everest Base Camp Trek. Es gibt aber noch zwei weitere Strecken, die für unsere Touren zählen.
Warum Inlandsflüge fast unverzichtbar sind
Karten täuschen. Zwischen Kathmandu und dem Start eines Treks liegen in Nepal oft schmale, kurvige Bergstraßen ohne durchgehenden Asphalt, die je nach Jahreszeit von Erdrutschen blockiert sein können. Der Flug von Kathmandu nach Lukla dauert etwa 30 bis 40 Minuten. Er ersetzt mehr als eine Woche Fußmarsch, den Expeditionen gehen mussten, bevor der Flughafen in Lukla in den 1960er-Jahren gebaut wurde. Mit zwei bis drei Wochen Urlaub bleiben dir nur so genug Tage für den eigentlichen Trek. Auf dem Landweg siehst du mehr von Dörfern und Landschaft, verlierst aber Tage, die dir später beim Trekking oder der Akklimatisierung fehlen. Wer genau das will, findet mit Everest Base Camp per Jeep eine Tour ohne Flug.
Welche Strecken du fliegst
Drei Strecken reichen. Kathmandu-Lukla bringt dich zu allen Treks in der Everest-Region, vom Everest Base Camp Trek über den Gokyo-Seen-Trek bis zum Drei-Pässe-Trek, je nach Saison direkt ab Kathmandu oder ab Manthali. Kathmandu-Pokhara ist die meistgeflogene Inlandsstrecke Nepals und bringt dich in etwa 25 Minuten in die zweitgrößte Stadt des Landes, den Start fast aller Annapurna-Touren. Von dort führt Pokhara-Jomsom ins Kali-Gandaki-Tal und verkürzt Touren wie den Tilicho-See-Trek oder den Ober-Mustang-Trek, weil er die mehrtägige Fahrt durch das Tal spart.
Kleine Flugzeuge, kurze Pisten
Die Flugzeuge sind klein. Propellermaschinen mit meist 15 bis 20 Sitzen, etwa die Twin Otter oder die Dornier 228, gebaut für kurze Pisten und dünne Luft. Mehrere nepalesische Airlines fliegen parallel, und fällt ein Flug aus, gibt es deshalb oft einen Platz bei einer anderen Gesellschaft. Die Piste in Lukla liegt auf etwa 2.860 Metern, ist rund 527 Meter lang, beginnt an einem Abhang und endet an einem Hang, und nur speziell geschulte Piloten dürfen dort landen. Andere Bergflughäfen wie Jomsom haben ähnlich kurze, teils unbefestigte Pisten.
Weil Platz und Gewicht knapp sind, gilt auf fast allen Inlandsflügen ein strenges Limit von ca. 10 bis 15 Kilogramm Freigepäck pro Person, oft plus ein kleines Handgepäck. Mehr kostet extra oder muss mit Trägern oder als Fracht nachkommen. Prüf deine Packliste also schon vor dem Abflug aus Deutschland. Schweres Gepäck, das du auf dem Trek nicht brauchst, lässt du bei den meisten Touren in Kathmandu oder Pokhara und holst es nach der Rückkehr ab.
Das Wetter entscheidet
Bei jedem Flug in die Berge ist das Wetter der begrenzende Faktor, auch abseits von Lukla. Die kleinen Maschinen fliegen nach Sicht. Sie brauchen freie Sicht auf Piste und Berge und bleiben bei Wolken, Nebel oder starkem Wind am Boden. Am Vormittag ist die Luft in den Bergen meist noch ruhig, deshalb starten fast alle Bergflüge früh am Morgen, und ab dem späten Vormittag bilden sich oft Wolken und Turbulenzen, die Flüge verschieben. Jomsom im Kali-Gandaki-Tal ist für starke Winde am Nachmittag bekannt. Lukla ist nur bekannter. Was bei einem gestrichenen Flug passiert, steht in Lukla-Flug gestrichen: Was du jetzt tun solltest, und warum viele Flüge in der Hauptsaison in Manthali starten, erklärt Lukla-Flüge ab Manthali.
Warum wir deine Inlandsflüge buchen
Bei allen geführten Touren gehören die Inlandsflüge fest zum Plan, und unser Team in Kathmandu bucht sie. Wegen des Wetters. Verzögerungen sind auf diesen Strecken normal, und wer vor Ort die Airlines kennt und weiß, wie Umbuchungen laufen, findet schnell eine Lösung, einen späteren Flug, einen Hubschrauber oder eine angepasste Route. Um Tickets, Sitzplätze oder Umbuchungen musst du dich nicht kümmern, das koordiniert dein Guide. Am meisten zählt das bei mehrtägigen Verzögerungen in der Hochsaison, wenn hunderte Trekker gleichzeitig auf einen Platz nach Lukla warten. Für den Flug nach Jomsom beim Tilicho-See-Trek oder beim Ober-Mustang-Trek gilt dasselbe, mit Puffer im Plan.
Plane bei jeder Reise mit Inlandsflug einen ganzen Puffertag zwischen deinem letzten Flug innerhalb Nepals und dem Heimflug ab Kathmandu ein. Im schlimmsten Fall kostet dich das eine zusätzliche Nacht in Kathmandu oder Pokhara. Dafür verpasst du deinen Heimflug nicht wegen einer Wolke in den Bergen. Tipps zum internationalen Flug stehen im Ratgeber zum Flug nach Nepal.
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