Reisewissen
Beste Reisezeit für Nepal
Die beste Reisezeit für Trekking in Nepal sind März bis Mai und September bis November. Dazwischen liegen der Monsun und die Winterkälte in großer Höhe, und für manche Regionen gelten andere Regeln.
Zuletzt aktualisiert am 6. August 2026 · Passang Dawa Sherpa, Senior Climbing Guide
Die besten Monate für Trekking in Nepal liegen in zwei Fenstern, von März bis Mai und von September bis November, wenn stabiles Hochdruckwetter klare Sicht auf die Achttausender und trockene Wege bringt. Was das für dich bedeutet, hängt aber stärker als anderswo von der Höhe deiner Route ab. Ein Trek von Lukla auf 2.860 Metern bis zum Everest Base Camp auf über 5.300 Metern führt durch mehrere Klimazonen. Frühling, Herbst, Monsun und Winter wirken deshalb je nach Höhe und Region ganz unterschiedlich.
| Saison | Monate | Für wen |
|---|---|---|
| Frühling | März bis Mai | Fast alle Routen, Rhododendronblüte |
| Herbst | September bis November | Fast alle Routen, beste Fernsicht |
| Monsun | Juni bis August/September | Oberes Mustang und Dolpo im Regenschatten |
| Winter | Dezember bis Februar | Tiefere Routen wie Poon Hill, sehr klare Sicht |
Warum die Reisezeit in Nepal so viel ausmacht
Drei Dinge machen Nepal zum Sonderfall. Höhe, Monsun und der Himalaya als Barriere. 1.000 Höhenmeter mehr bedeuten etwa 6 bis 7 Grad weniger, sodass derselbe Monat im Tal mild und auf einem Pass eisig sein kann. Der Monsun kommt von Juni bis September vom Golf von Bengalen, prallt an der Südflanke des Himalaya ab und lässt dort enorme Mengen Regen fallen, während die Nordseite mit dem Oberen Mustang und Dolpo im Regenschatten trocken bleibt. Deshalb fängt die Frage nach der Reisezeit bei deiner Route an.
Frühling (März bis Mai)
Im Frühling blüht zwischen etwa 2.500 und 3.500 Metern der Rhododendron und färbt ganze Hänge rot und rosa. Tagsüber hat es in mittlerer Höhe meist 10 bis 20 Grad. Nachts auf etwa 4.000 Metern sind es minus 5 bis minus 10 Grad, im März spürbar kälter als im Mai. Meist bleibt es stabil. Klare Vormittage, am Nachmittag manchmal Wolken mit kurzen Schauern. Mehr zur Blüte steht in unserem Artikel über die Rhododendronwälder.
Der Everest Base Camp Trek und der Annapurna-Rundweg gehören jetzt zu den gefragtesten Touren, weil mildes Wetter und Blüte zusammenfallen. Die Teehäuser sind dann voll. Wer nicht vorbucht, findet in Orten wie Namche Bazaar oder Manang nicht immer sofort ein Zimmer. Wie sich die einzelnen Monate anfühlen, steht in den Artikeln zum Wetter im März und zum Wetter im April.
Herbst (September bis November)
Nach dem Monsun hat der Regen den Staub aus der Luft gewaschen, und an klaren Tagen reicht die Sicht auf die Achttausender oft über 100 Kilometer. Für viele Nepal-Kenner ist der Herbst deshalb die klassische Hauptsaison, und bei uns ist er die meistgebuchte Zeit. Tagsüber hat es in mittlerer Höhe etwa 12 bis 20 Grad, nachts auf 4.000 bis 5.000 Metern minus 5 bis minus 12 Grad, im November kälter als im September.
Stabiles Wetter, trockene Wege und weite Sicht machen den Herbst zur sichersten Wahl für fast jede Route, vom Poon Hill bis zum Everest Base Camp. Dafür sind viele unterwegs. Besonders voll wird es in den zwei, drei Wochen um Dashain und Tihar, wenn auch viele Nepalesen reisen. Temperaturen und Touren Monat für Monat findest du im Artikel zum Wetter im Oktober und zum Wetter im November.
Monsun (Juni bis August)
Fürs Hochgebirge taugt der Monsun nicht. Dauerregen macht die Wege rutschig, an steilen Hängen gehen Erdrutsche ab, und Wolken verdecken über weite Strecken genau die Berge, für die du gekommen bist. In feuchten Wäldern unter etwa 3.000 Metern gibt es dann auch viel mehr Blutegel. Wie ein Sommer in Nepal aussieht, beschreibt unser Ratgeber zum Wetter im Juli.
Dolpo und das Obere Mustang nördlich des Hauptkamms sind die Ausnahme. Weil der Himalaya die Monsunwolken an seiner Südseite abfängt, bleiben sie auch im Sommer überwiegend trocken, und den Ober-Mustang-Trek kannst du gezielt in diese Monate legen. Südseitige Routen wie der Annapurna-Rundweg ergeben im Monsun dagegen kaum Sinn. Mehr zu den einzelnen Monaten steht in den Artikeln zum Wetter im Mai, Juni, Juli, August und September.
Winter (Dezember bis Februar)
Im Winter ist die Sicht oft am klarsten. Kalte, trockene Luft lässt kaum Dunst oder Wolken zu. Dafür wird es kalt. Ab etwa 4.500 Metern fallen die Nächte oft auf minus 10 bis minus 20 Grad, auch wenn es tagsüber in der Sonne an geschützten Stellen mild wirken kann. Hochpässe wie der Thorong La auf dem Annapurna-Rundweg oder der Cho La in der Everest-Region können nach Schneefall zeitweise gesperrt oder nur mit viel Mehraufwand zu queren sein.
Tiefer geht es gut. Der Poon Hill auf rund 3.210 Metern bleibt meist gut begehbar, mit derselben klaren Fernsicht und ohne die extreme Kälte weiter oben. Planst du im Winter eine hohe Route, nimm zusätzliche Kälteausrüstung mit und lass dir vor Ort den aktuellen Zustand der Pässe bestätigen. Mehr in unseren Ratgebern zum Wetter im Dezember, Januar und Februar und im Artikel über den EBC Trek im Winter.
Reisezeit nach Region
In der Everest-Region liegen die meisten Etappen über 3.000 Metern. Es wird dort früher im Jahr kalt als am Annapurna, und Lukla, der Startpunkt der meisten Everest-Treks, fällt im Winter öfter wetterbedingt aus. Die Annapurna-Region hat Routen von tief bis hoch, und deshalb findest du dort auch außerhalb der Hauptsaison gut machbare Etappen. Welche Annapurna-Route wann passt, steht in unserem Ratgeber zur besten Reisezeit in der Annapurna-Region.
In Mustang und Dolpo umgekehrt. Der Monsun ist dort gut zu bereisen, der Winter auf der offenen Hochebene wegen eisiger, oft stürmischer Winde eher ungemütlich, und Flüge nach Jomsom fallen dann öfter aus. Bist du zwischen Regionen unentschlossen, wähle zuerst die Route und dann den Monat.
Wie wir die Reisezeit einschätzen
Unser Team in Kathmandu beobachtet jede Saison vor Ort, wie es um Wetter und Wege steht, von der Schneelage auf den Pässen bis zu Flugausfällen in Lukla oder Jomsom. Das fließt direkt in die Planung ein. Bei später Schneeschmelze planen wir mehr Puffer, und manchmal raten wir von einer Route in einem bestimmten Monat ab. Allgemeine Regeln gelten im Schnitt vieler Jahre, für dein konkretes Datum fragst du uns am besten direkt.
Über 2.500 bis 3.000 Metern hängt eine gelungene Tour ohnehin mehr an der Akklimatisierung als am Kalender, egal ob Frühling oder Herbst. Wie das geht, erklärt unser Ratgeber zu Höhenkrankheit und Akklimatisierung.
Fragen
Häufige Fragen
Ist der Herbst immer besser als der Frühling?
Kann man auch im Winter trekken?
Warum ist Mustang auch im Monsun bereisbar?
Wie kalt wird es nachts beim Everest Base Camp Trek?
Wann sollte ich für den Annapurna-Rundweg buchen?
Was mache ich, wenn mein Reisetermin mitten in die Monsunzeit fällt?
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