Teehaus oder Zelt? Lodge-Trekking und Camping-Trekking in Nepal
Auf fast allen bekannten Routen in Nepal schläfst du in Teehäusern, einfachen Lodges von Familien aus dem Dorf. Zelte brauchst du nur dort, wo es keine Häuser mehr gibt, am Basislager eines Gipfels oder auf abgelegenen Pässen. Wie sich beides anfühlt, was es kostet und wo du bei uns im Zelt landest.
Ajay ShresthaGründer & Geschäftsführung12. Oktober 2026
Vor 50 Jahren war Trekking in Nepal fast immer Camping. Eine Karawane aus Trägern, Köchen und Küchenhelfern schleppte Zelte, Tische und Vorräte für Wochen durch die Täler, und abends stand das Lager auf einer Wiese am Fluss. Dann bauten Familien entlang der großen Routen Gästezimmer an ihre Häuser, und daraus wurden die Teehäuser. Heute gehst du den Everest Base Camp Trek, den Annapurna-Rundweg oder den Manaslu-Rundweg von Lodge zu Lodge. Das Zelt ist zur Ausnahme geworden. Ganz verschwunden ist es nicht.
So schläfst du im Teehaus
Ein Teehaus ist ein Gasthaus mit Zimmern und einem großen Speiseraum. Die Zimmer sind klein und schlicht, meist mit zwei Betten, Schaumstoffmatratze, Kissen und einer Decke, die Wände aus Sperrholz oder Stein. Heizung gibt es in den Zimmern nicht. Abends sitzen deshalb alle im Speiseraum um einen Ofen, der mit Holz oder getrocknetem Yakmist befeuert wird, essen, spielen Karten und trocknen Socken. Unten in den Tälern hat manche Lodge ein eigenes Bad, weiter oben teilst du dir Toilette und Waschraum, und über 4.000 Metern ist das Wasser im Eimer morgens oft gefroren. Strom, WLAN und warme Duschen kosten in der Höhe extra, mehr dazu im Artikel über WLAN, Strom und Kosten im Teehaus.
Gegessen wird, was die Küche des Hauses kocht. Die Karten sind auf allen Routen erstaunlich ähnlich, mit Nudeln, Momos, Kartoffelgerichten, Pfannkuchen und vor allem Dal Bhat, das es meist mit Nachschlag gibt. Was dahintersteckt, steht im Artikel über Dal Bhat auf dem Trek. Das Zimmer ist günstig, solange du im selben Haus isst, weil die Familien ihr Geld mit der Küche verdienen. Wer im Teehaus schläft, lässt sein Geld im Dorf.
So schläfst du im Zeltcamp
Ein Zeltcamp funktioniert anders. Eine Mannschaft aus Köchen und Trägern trägt alles mit, was du brauchst, und baut es jeden Nachmittag neu auf. Du schläfst in einem Zelt für zwei, es gibt ein Küchenzelt, oft ein Essenszelt mit Klapptischen und ein kleines Toilettenzelt. Morgens bringt dir jemand heißen Tee ans Zelt. Klingt luxuriös, ist es in gewisser Weise auch. Dafür ist es nachts kälter als in jeder Lodge, und bei Wind und Schnee wird das Leben auf vier Quadratmetern eng. Ohne guten Schlafsack und eine dicke Isomatte geht es nicht.
Ein Camp braucht viel mehr Menschen. Für jeden Gast tragen mehrere Träger Zelte, Küche, Gas und Lebensmittel, und alle müssen bezahlt, verpflegt und versichert werden. Deshalb kostet ein Tag im Zelt ein Vielfaches eines Tages im Teehaus, und in Nepal gehst du deshalb nur dort ins Zelt, wo es keine Alternative gibt.
Wo du bei uns im Zelt schläfst
Auf unseren Treks ohne Gipfel übernachtest du fast immer in Teehäusern. Eine Ausnahme ist der Tilicho-See-Trek. Zwischen dem Tilicho-See und Jomsom liegt der Mesokanto La auf 5.099 Metern, und auf dieser Strecke gibt es keine Lodges. Zwei Nächte schläfst du deshalb im Zeltcamp, mit Kochcrew und zusätzlichen Trägern für die Ausrüstung. Den Schlafsack bringst du selbst mit.
Bei den Gipfeln ist das Zelt die Regel für die letzten Nächte. Am Island Peak verlässt du am Ende des Imja-Tals die Lodges und ziehst ins Base Camp auf gut 5.000 Metern, wo du mehrere Nächte bleibst. Am Mera Peak schläfst du bis Khare in Lodges und danach zwei Nächte im Zelt, erst am Base Camp und dann im High Camp auf 5.800 Metern, von dem aus der Gipfeltag in der Nacht beginnt. Beim Lobuche East sind es zwei Nächte im High Camp. Wer zum Ama Dablam will, lebt mehr als zwei Wochen im Zelt.
Für wen was passt
Für die meisten Gäste ist das Teehaus die bessere Wahl. Es ist wärmer, günstiger und geselliger, und du lernst die Familien kennen, die an den Routen leben. Wer ganz allein sein will, sucht sich in Nepal ein Ziel abseits der bekannten Routen und bezahlt für die Crew. Wer mehr Komfort will, aber nicht auf die Lodge verzichten möchte, bucht den Everest Base Camp Luxus-Trek mit den besten Lodges der Route, wo verfügbar mit eigenem Bad und heißer Dusche. Ganz oben in Lobuche und Gorak Shep bleibt es auch dort einfach.
Wer einen Gipfel will, kommt ums Zelt nicht herum. Das ist kein Grund zur Sorge. Die Camps stehen nur ein paar Nächte, die Crew kocht und baut auf, und du konzentrierst dich auf das, wofür du gekommen bist. Pack für die Zeltnächte trotzdem warm, mit Daunenjacke, Mütze und einem Schlafsack bis mindestens minus 15 Grad. Die ganze Liste steht in unserer Packliste.
Fragen
Häufige Fragen
Sind die Zimmer im Teehaus beheizt?
Auf welchen Touren schlafe ich im Zelt?
Warum ist Camping-Trekking so viel teurer?
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