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Packliste für Trekking in Nepal: Die komplette Checkliste

Pack nach dem Zwiebelprinzip, denn die Temperatur reicht auf einem Nepal-Trek von +20 °C im Tal bis -15 °C nachts in großer Höhe. Hier ist die vollständige Packliste, mit Extras für Gipfelbesteigungen.

Zuletzt aktualisiert am 6. August 2026 · Passang Dawa Sherpa, Senior Climbing Guide

Trekkinggruppe in Schichtenkleidung in einer Teahouse-Lodge

Das Zwiebelprinzip

Mehrere dünne Schichten übereinander, statt einer dicken Jacke. So passt du dich unterwegs jederzeit an Temperatur und Anstrengung an. Auf einem Nepal-Trek kann es an einem Tag von +20 °C im Tal bis -15 °C nachts weiter oben gehen, und dieser Spanne wirst du nur mit flexibler Kleidung gerecht.

Vier Schichten bilden das Grundgerüst:

  • Baselayer: Funktionsunterwäsche aus Merino oder Kunstfaser, die Schweiß nach außen leitet. Keine Baumwolle.
  • Fleece oder Midlayer: hält die Wärme und wandert beim Aufstieg oft in den Rucksack.
  • Daunenjacke: für Pausen, Abende in der Lodge und Nächte in großer Höhe, klein zusammenpackbar.
  • Hardshell: wind- und wasserdichte Außenschicht gegen Wind, Regen und Schnee.

Bergauf reicht meist der Baselayer. Machst du Pause oder fegt der Wind über einen Pass, ziehst du Fleece, Daune und Hardshell darüber. Du schwitzt nicht durch. Und frierst trotzdem nicht, sobald du stehst. Über 4.000 Metern zählt das doppelt, weil das Wetter dort oft binnen Stunden umschlägt.

Kleidung

  • 2 bis 3 Sets Baselayer (Ober- und Unterteil)
  • Fleecejacke oder warmer Midlayer
  • Daunenjacke
  • Wind- und wasserdichte Hardshell-Jacke
  • Wasserdichte Überhose
  • 2 Trekkinghosen, eine kurze Hose für tiefere Lagen
  • 3 bis 4 atmungsaktive T-Shirts
  • Warme Mütze und Sonnenhut oder Cap
  • Dünne Handschuhe und warme, winddichte Handschuhe
  • Schlauchtuch oder Halstuch
  • Wandersocken, warme und dünne, mehrere Paar
  • Wechselwäsche
  • Eingelaufene, wasserdichte Trekkingschuhe
  • Leichte Schuhe oder Sandalen für die Lodge

Spar nicht an den Schuhen. Sie müssen wasserdicht und eingelaufen sein, sonst hast du ab dem ersten Tag Blasen, und neue Schuhe direkt aus dem Laden auf den Trek mitzunehmen, ist einer der häufigsten Anfängerfehler.

Trekker mit Stöcken im Schnee über einem Wolkenmeer
Im Schnee über den Wolken. Hier zählen Schichten und gute Schuhe.

Ausrüstung

  • Trekkingstöcke, die Knie und Gleichgewicht entlasten
  • Schlafsack, je nach Tour bis -15 oder -20 °C
  • Duffel-Bag für den Porter und ein kleiner Tagesrucksack für dich
  • Stirnlampe mit Ersatzbatterien
  • Trinkflasche oder Trinksystem
  • Wasserreinigungstabletten oder Filter
  • Sonnenbrille mit UV-Schutz gegen die starke Strahlung in der Höhe
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und Lippenpflege mit LSF
  • Taschenmesser
  • Kompressionssäcke
  • Powerbank
  • Kleines Reparaturset und Ersatzschnürsenkel

Den Duffel-Bag trägt der Porter, er muss also robust und wasserabweisend sein. Dein Tagesrucksack bleibt bei dir. 25 bis 35 Liter reichen für Trinkflasche, Regenjacke, Kamera und Snacks, ohne dass er beim Gehen zu schwer wird. Wie viel ein Porter bei uns höchstens trägt, steht in Faire Bezahlung für Porter und Guides.

Kamera und Elektronik

Kälte frisst Akkus. Bei Minusgraden verlieren Kamera, Smartphone und Powerbank viel schneller Kapazität als bei Zimmertemperatur, und über 4.000 Metern kann sich die Laufzeit gegenüber der Herstellerangabe mehr als halbieren, vor allem in den kalten Stunden vor Sonnenaufgang. Leg Akkus und Powerbank nachts nah an den Körper, in die Innentasche der Daunenjacke oder in den Schlafsack.

Eine Powerbank mit mindestens 20.000 mAh reicht für mehrere Tage Smartphone und Kamera, ohne dass du jeden Abend eine Steckdose brauchst. Und die wird weiter oben knapp und teuer. In tieferen Lagen ist Laden oft im Zimmerpreis enthalten, weiter oben zahlst du pro Ladung oder Stunde, und die wenigen Steckdosen einer Lodge sind schnell belegt, mehr dazu in unserem Artikel über WLAN und Strom in den Teehäusern.

  • Powerbank mit mindestens 20.000 mAh
  • Ersatzspeicherkarten
  • Wasserdichte Hülle oder Packbeutel für Elektronik
  • Kurzes, robustes Ladekabel und ein Mehrfachstecker

Gesundheit und Hygiene

  • Erste-Hilfe-Set mit Pflastern, Blasenpflastern und Verbandsmaterial
  • Persönliche Medikamente mit Kopie des Rezepts
  • Mittel gegen Höhenkrankheit nach Rücksprache mit deinem Arzt
  • Desinfektionsmittel für Hände und Wunden
  • Feuchttücher und Taschentücher
  • Zahnpflege
  • Schnell trocknendes Handtuch
  • Ohrstöpsel für Lodges mit dünnen Wänden

Medikamente gegen Höhenkrankheit klärst du vorher mit deinem Arzt. Unser Team plant die Akklimatisierung, die medizinische Vorbereitung liegt bei dir, und was dabei zählt, erklärt unser Ratgeber zu Gesundheit und Impfungen.

Dokumente und Sonstiges

  • Reisepass im Original und als Kopie
  • Passfotos für Permits
  • Nachweis der Auslandskrankenversicherung mit Höhen- und Bergungsschutz
  • Bargeld in Rupien
  • Flugtickets und Buchungsunterlagen
  • Kontaktliste für Notfälle
  • Ladegerät und Steckdosenadapter
  • Buch oder E-Reader für die Abende

Extra für Gipfelbesteigungen

Für eine Gipfelbesteigung wie den Mera Peak oder Lobuche East reicht die Trekkingausrüstung nicht. Beide Touren gehen über 6.000 Meter, mit Gletscher, Fixseilen und Steilhängen, und dafür brauchst du technisches Material:

  • Steigeisen, passend zur Sohle deiner Bergschuhe
  • Eispickel in passender Länge
  • Klettergurt
  • Kletterhelm gegen Stein- und Eisschlag
  • Jumar (Steigklemme) für das Fixseil
  • Abseilgerät (Achter oder Tuber)
  • 2 bis 3 Schraubkarabiner und Bandschlingen
  • Prusikschlinge als Reserve
  • Doppelstiefel oder isolierte Hochtourenschuhe bis -30 °C
  • Gamaschen gegen Schnee

Steigeisen, Eispickel und Klettergurt kannst du in Kathmandu mieten. Steigeisen und Schuhe müssen zusammenpassen. Probier das vor der Abreise mit deinen eigenen Schuhen aus oder kläre die Passform mit unserem Team, und die Einweisung an Fixseil und Steigeisen bekommst du vor Ort. Wie du dich körperlich vorbereitest, steht in unserem Ratgeber zur Fitness für Gipfelbesteigungen.

Deine Packliste für die Tour und Leihausrüstung

Diese Liste deckt die Grundausstattung für jeden Trek ab. Vor der Abreise bekommst du von uns eine Packliste für deine Route, abgestimmt auf Höhe, Jahreszeit und Dauer, denn unser Team in Kathmandu kennt die Bedingungen auf jeder Strecke aus eigener Erfahrung. Teure Ausrüstung wie einen Daunenschlafsack bis -20 °C musst du nicht kaufen. In Kathmandu leihst du gute Ausrüstung für die Dauer deines Treks.

Fragen

Häufige Fragen

Wie kalt wird es nachts beim Trekking in Nepal?
Das hängt stark von der Höhe ab. Im Tal liegen die Nachttemperaturen oft noch bei mehreren Grad plus, in großer Höhe wie am Everest Base Camp oder auf dem Annapurna-Rundweg kann es nachts bis -15°C oder kälter werden. Deshalb ist ein Schlafsack mit passender Komfort- und Extremtemperatur unverzichtbar.
Muss ich meine Trekking-Ausrüstung selbst kaufen?
Nein. Teure Ausstattung wie Daunenschlafsäcke, Daunenjacken oder Trekkingstöcke kannst du in Kathmandu direkt vor deiner Tour mieten. Das lohnt sich besonders für Ausrüstung, die du sonst nur für diese eine Reise brauchst.
Wie viel Gepäck darf ich dem Porter mitgeben?
Für den Duffel-Bag, den der Porter trägt, gilt in der Regel ein Limit von etwa 12-15 kg pro Gast, je nach Tour und Trekking-Region. Alles, was du tagsüber griffbereit brauchst - Wasser, Regenjacke, Sonnencreme, Snacks - gehört in deinen eigenen kleinen Tagesrucksack.
Brauche ich einen Schlafsack bis minus 20 Grad für jeden Trek?
Nein, das hängt von der Route ab. Für Touren bis etwa 3.500 Meter reicht oft ein Schlafsack mit Komforttemperatur um minus 5 bis minus 10 Grad. Erst wenn du Nächte über 4.500 Metern hast, etwa am Everest Base Camp oder bei einer Gipfelbesteigung, brauchst du einen bis minus 15 oder minus 20 Grad. Welche Klasse für deine Tour passt, steht in der Packliste zu deiner Reise.
Was, wenn ich etwas vergesse?
Kein Grund zur Sorge - in Thamel, dem Trekkingviertel Kathmandus, findest du zahlreiche Ausrüstungsläden, die so gut wie jedes fehlende Teil abdecken, von Wandersocken bis zur Daunenjacke. Auch in Namche Bazaar, dem letzten größeren Ort auf dem Weg zum Everest Base Camp, gibt es noch einige Geschäfte mit Grundausstattung, wenn auch zu höheren Preisen. Für spezielle Größen oder Markenpräferenzen lohnt es sich trotzdem, wichtige Teile wie eingelaufene Schuhe von zuhause mitzubringen.
Kann ich Ausrüstung auch second-hand kaufen?
Ja, in Kathmandu gibt es neben den regulären Ausrüstungsläden auch einen aktiven Second-Hand-Markt, vor allem in Thamel, wo Trekker gebrauchte Jacken, Schlafsäcke oder Rucksäcke verkaufen, die sie nach der eigenen Tour nicht mehr brauchen. Die Qualität schwankt stärker als bei Neuware oder Mietausrüstung, für einmalige Anschaffungen wie eine Daunenjacke kann sich der Blick dorthin aber lohnen.
Wie schütze ich Kamera und Handy vor Kälte und Nässe?
Halt die Akkus nachts warm, am besten am Körper oder im Schlafsack, weil Kälte die Kapazität schneller sinken lässt als der Verbrauch. Eine wasserdichte Hülle oder ein Packbeutel schützt Kamera und Handy vor Regen, Schnee und Staub. Auf längeren Touren ohne tägliche Lademöglichkeit ist eine Powerbank mit mindestens 20.000 mAh die sicherste Lösung.

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