Wildtiere im Khumbu: Was du auf dem Weg zum Everest Base Camp siehst
Der Sagarmatha-Nationalpark rund um den Everest ist UNESCO-Weltnaturerbe und Heimat von Himalaya-Tahr, Moschustier, Danphe und Schneeleopard. Die meisten Trekker sehen davon nur einen kleinen Teil. Welches Tier in welcher Höhe lebt und wo du die besten Chancen hast.
Passang Dawa SherpaSenior Climbing Guide6. August 2026
Der Everest Base Camp Trek verläuft fast ganz durch den Sagarmatha-Nationalpark, benannt nach dem nepalesischen Namen des Everest und seit 1979 UNESCO-Weltnaturerbe. Rund 1.148 Quadratkilometer groß, reicht der Park von Wäldern auf etwa 2.800 Metern bis zum Gipfel auf 8.849 Metern. Kaum eine Tierwelt der Erde ist so stark von der Höhe geprägt. Am bekanntesten sind der Himalaya-Tahr, eine wilde Ziege, die an steilen Felsen erstaunlich sicher klettert, der Danphe als bunter Nationalvogel Nepals, das scheue Moschustier in den tieferen Wäldern und, viel seltener gesehen, der Schneeleopard ganz oben. Was du zu sehen bekommst, hängt fast nur von der Höhenzone ab.
Warum der Park geschützt ist
Gegründet wurde der Nationalpark 1976, drei Jahre später kam die Anerkennung als Weltnaturerbe. Innerhalb der Grenzen liegen die Dörfer an der Route wie Namche Bazaar, Tengboche und Dingboche, aber auch große unbewohnte Hochflächen, in denen sich Wildtiere weitgehend ungestört bewegen. Von bewaldeten Tälern bis zu vergletscherten Gipfeln ändert sich die Tierwelt von Zone zu Zone. Je höher, desto karger. Jagd und Holzeinschlag sind im Park verboten, und darauf achten Behörden und Sherpa-Gemeinden gleichermaßen. Was wir als Veranstalter dazu beitragen, steht auf unserer Seite zur Verantwortung.
Die Wälder unter Namche
Zwischen Phakding und Namche Bazaar, meist auf 2.800 bis 3.500 Metern, wachsen Kiefern, Birken und vor allem Rhododendron. Hier leben die meisten Arten. Das Moschustier lebt genau in dieser Zone, ein kleines, scheues Waldtier ohne Geweih, das sich im dichten Unterholz versteckt und Trekkern meist nur als Schatten zwischen den Bäumen begegnet. Der Danphe bevorzugt die Rhododendronwälder in mittlerer Höhe. Sein Gefieder schillert in Blau, Grün und Kupfer, und am ehesten siehst du ihn früh am Morgen. Auch der Himalaya-Schwarzbär lebt in diesen Wäldern, meidet aber Menschen und belebte Wege, sodass die meisten nur über Spuren oder Geschichten in der Lodge von ihm erfahren. Und dann ist da noch der Blutfasan, ein weniger bunter Verwandter des Danphe, den du meist erst bemerkst, wenn er aus dem Gebüsch auffliegt.
Der Himalaya-Tahr
Ihn siehst du am ehesten. Der Tahr ist eine wilde Ziege mit dichtem, oft rotbraunem Fell und kräftig gebogenen Hörnern, zu Hause an steilen Felshängen zwischen etwa 2.500 und 5.000 Metern. Anders als die scheuen Waldtiere zeigt er sich oft, meist in kleinen Gruppen auf Felsvorsprüngen über dem Weg, besonders rund um Namche Bazaar und Thame. Er grast an Hängen, die für andere große Säugetiere der Region zu steil wären. Schau zwischen Namche und Tengboche öfter mal nach oben statt nur auf den Pfad. Nirgends auf der Route sind die Chancen besser, ein Wildtier aus der Nähe zu sehen, und rund um Namche weiden Tahr-Herden am frühen Morgen oder späten Nachmittag oft in Sichtweite der Lodges.
Schneeleopard und Blauschaf
Der Schneeleopard lebt nachweislich im Park, meist über 4.000 Metern in abgelegenen Felslandschaften fern der Trekkingrouten. Tarnung, Dämmerungs- und Nachtaktivität und eine sehr dünne Population machen ihn zu einer der am schwersten zu beobachtenden Großkatzen der Welt, und selbst Wildbiologen weisen ihn meist nur über Kamerafallen oder Spuren im Schnee nach. Du wirst ihn kaum sehen. Eher findet dein Guide in einem ruhigen Seitental frische Spuren, die auf einen Schneeleoparden oder einen Rotfuchs hindeuten.
Leichter zu entdecken ist das Blauschaf, auch Bharal genannt. Es lebt in denselben Höhen wie der Schneeleopard und ist seine häufigste Beute. Wo Blauschafe in größerer Zahl an sonnigen Hängen über 4.000 Metern grasen, ist oft auch ein Schneeleopard in der Gegend. Er selbst bleibt fast immer unsichtbar.
Über Dingboche: wenig Säugetiere, viele Vögel
Ab etwa 4.000 Metern verschwindet die geschlossene Vegetation, und mit ihr werden die Säugetiere seltener, weil die großen Pflanzenfresser und ihre Jäger tiefer mehr Nahrung finden. Vögel bleiben. Alpendohlen mit ihrem gelben Schnabel begleiten Trekker oft bis zum Base Camp und sammeln sich an Lodges und Zeltlagern, wo sie auf Essensreste warten. Pfeifhasen, kleine, mausähnliche Tiere, huschen manchmal zwischen Felsspalten hindurch und sind Nahrung für die wenigen Greifvögel und Raubtiere, die noch so weit oben leben.
Von der ganzen Vielfalt des Parks sehen die meisten Trekker nur einen kleinen Ausschnitt, weil die artenreichen Wälder schon in den ersten Tagen liegen und es weiter oben Richtung Everest Base Camp naturgemäß karger wird. Wer möglichst viel sehen will, schaut deshalb auf den ersten Etappen zwischen Phakding und Tengboche besonders aufmerksam in die Wälder. Dort sind Moschustier, Danphe und Tahr am wahrscheinlichsten. Wie sich die Landschaft weiter oben durch den Gletscherschwund verändert, beschreibt unser Artikel zum Khumbu-Gletscher.
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Häufige Fragen
Welche Tiere sehe ich auf dem EBC Trek am ehesten?
Kann man im Khumbu einen Schneeleoparden sehen?
Wo sind die Chancen auf Wildtiere am besten?
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