Pokhara
Pokhara ist Nepals zweitgrößte Stadt und liegt am Ufer des Phewa-Sees, rund 200 Kilometer westlich von Kathmandu am Fuß der Annapurna-Kette. Von den Uferpromenaden aus siehst du bei klarem Wetter direkt auf Machapuchare, den 6.993 Meter hohen Fischschwanz-Berg, der in der lokalen Tradition als heilig gilt und bis heute offiziell nie bestiegen wurde. Für Reisen Nepal ist Pokhara der zentrale Ausgangspunkt für praktisch jeden Trek im Annapurna-Gebiet: Hier beginnen und enden die meisten Routen, hier liegen Permit-Büros und Ausrüstungsläden, und hier verbringst du in der Regel 1 bis 2 Nächte vor und nach deiner Tour.
Pokharas Rolle als Start- und Endpunkt deiner Trekkingtour
Der Annapurna Base Camp Trek führt komplett von Pokhara nach Pokhara: Du fährst von hier ins Modi-Khola-Tal hinein und kehrst nach dem Blick auf das Annapurna-Basislager auf demselben Weg wieder in die Stadt zurück. Genauso läuft der Poon-Hill-Trek, die kürzere Route mit dem bekannten Sonnenaufgangspanorama vom gleichnamigen Aussichtspunkt: Start- und Zielort sind identisch, beide liegen in Pokhara. Beim Annapurna-Rundweg ist die Stadt der Zielpunkt, nicht der Start: Die Route beginnt in Besisahar und endet nach der Umrundung des Annapurna-Massivs wieder in Pokhara, wo die meisten Trekker die letzte Nacht vor der Weiterreise verbringen. Auch beim Tilicho-See-Trek führt der Rückweg über die Stadt: Nach der Ankunft in Jomsom bringt dich ein kurzer Inlandsflug zurück nach Pokhara, bevor es weiter nach Kathmandu geht.
Anreise nach Pokhara
Zwei Wege verbinden Kathmandu und Pokhara. Der Inlandsflug dauert 25 bis 30 Minuten und bietet bei klarer Sicht einen freien Blick auf die Annapurna- und Dhaulagiri-Kette, sobald das Flugzeug die Ebene des Kathmandu-Tals hinter sich lässt. Seit 2023 landen die Maschinen auf dem neuen Pokhara International Airport, der den alten, kleineren Flughafen mitten in der Stadt abgelöst hat und den Anflug spürbar ruhiger macht. Die Alternative ist die Fahrt auf dem Prithvi Highway, die je nach Verkehr und Straßenzustand 6 bis 8 Stunden dauert und über weite Strecken dem Trishuli- und Marsyangdi-Fluss folgt. Für Trekker mit engem Zeitplan ist der Flug die praktischere Option, für alle mit einem Tag Puffer lohnt sich die Fahrt wegen der Landschaft entlang der Strecke.
Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten am Phewa-See
Der Phewa-See prägt das Stadtbild und ist mit dem Boot der naheliegendste Programmpunkt: Ruderboote lassen sich stundenweise mieten, die Fahrt zur kleinen Insel mit dem Barahi-Tempel in der Mitte des Sees dauert etwa 15 Minuten. Oberhalb des Sees liegt die World Peace Pagoda, ein weißer buddhistischer Stupa, der zu Fuß in 1 bis 1,5 Stunden oder per Boot mit kurzem Aufstieg erreichbar ist. Von der Plattform hast du einen freien Blick auf Pokhara, den See und bei klarem Wetter auf die Annapurna-Kette dahinter. Ein zweiter bekannter Aussichtspunkt ist Sarangkot, ein Bergrücken nördlich der Stadt auf rund 1.600 Metern: Viele Besucher fahren früh am Morgen mit dem Taxi hinauf, um den Sonnenaufgang über der Annapurna- und Machapuchare-Kette zu sehen, ein Fixpunkt in vielen Pokhara-Programmen unabhängig vom eigentlichen Trek. Pokhara zählt außerdem zu den bekannten Paragliding-Zielen Asiens: Die Thermik über dem Talkessel und die Startpunkte oberhalb des Sees machen Tandemflüge mit Blick auf Phewa-See und Berge zu einem der meistgebuchten Programmpunkte der Stadt. Wer es ruhiger mag, bummelt durch das Lakeside-Viertel mit seinen Restaurants und Cafés direkt am Wasser oder durch die engeren Gassen des Old Bazaar im Norden, wo sich Handwerksläden und Garküchen aneinanderreihen, abseits des Touristenzentrums am See.
Pokhara als Ausgangspunkt fürs Annapurna-Gebiet
Bevor es in die Berge geht, laufen in Pokhara die organisatorischen Fäden zusammen. Hier liegen die Büros, die den ACAP-Permit (Annapurna Conservation Area Permit) und die TIMS-Karte ausstellen, beide Voraussetzung für jeden Trek im Annapurna-Gebiet. In den Ausrüstungsläden rund um Lakeside findest du Ersatz für vergessene oder zu leichte Ausrüstung, von Trekkingstöcken bis zur Daunenjacke. Die 1 bis 2 Nächte vor dem Trek dienen außerdem der Akklimatisierung an die rund 820 Meter Höhe Pokharas, einem sanften Übergang, bevor es auf den Routen deutlich höher hinausgeht. Mehr zu den einzelnen Touren im Annapurna-Gebiet findest du im Überblick zur Annapurna-Region.
Wie viele Tage solltest du in Pokhara einplanen
1 bis 2 Nächte vor dem Trek und mindestens 1 Nacht danach sind der übliche Rahmen bei den meisten Reisen-Nepal-Itineraren im Annapurna-Gebiet. Dieser Puffer federt Flugverspätungen zwischen Kathmandu und Pokhara ab und lässt Zeit für den Permit-Check und eine Bootsfahrt auf dem Phewa-See vor dem Aufbruch. Wer nach dem Trek noch einen Tag für die World Peace Pagoda oder einen Paragliding-Flug einplanen will, sollte eine dritte Nacht in Pokhara einrechnen.
Passende Touren
Touren mit Stopp in Pokhara
Annapurna Base Camp Trek
Der Annapurna Base Camp Trek führt dich in 12 Tagen von Pokhara durch Rhododendronwälder und Bambusdschungel bis ins Amphitheater des Basislagers auf 4.130 Metern, umgeben von Annapurna I, Hiunchuli und Machapuchare. Moderat, ohne Technik, ab 1.150 €.
Annapurna-Rundweg
Der Annapurna-Rundweg führt dich in 16 Tagen von den subtropischen Tälern bei Besisahar über den 5.416 Meter hohen Thorong La bis ins trockene Kali-Gandaki-Tal, vorbei an Manang und Muktinath, zurück nach Pokhara.
Poon-Hill-Trek
Der Poon-Hill-Trek führt dich in nur 5 Tagen von Pokhara auf 3.210 m zum berühmtesten Sonnenaufgangspunkt Nepals. Kurz, technisch einfach und ideal für Familien sowie Trekking-Einsteiger ohne Vorerfahrung.
Tilicho-See-Trek
Der Tilicho-See-Trek folgt dem Annapurna-Rundweg bis Manang, verlässt ihn dann Richtung Tilicho-See auf 4.919 Metern und überquert mit dem Mesokanto La auf 5.099 Metern eine höhere, deutlich einsamere Passvariante direkt nach Jomsom.
