14 Tage durchs Sperrgebiet um den achthöchsten Berg der Erde
Manaslu-Rundweg-Trek
Der Manaslu-Rundweg führt dich in 14 Tagen durch Sperrgebiet um den achthöchsten Berg der Welt, vom Budhi-Gandaki-Tal über tibetisch geprägte Dörfer bis zum Larkya-La-Pass auf 5.106 Metern, deutlich einsamer als Everest Base Camp oder Annapurna-Rundweg.
- Dauer
- 14 Tage
- Schwierigkeit
- Schwer
- Max. Höhe
- 5.106 m
- Gruppengröße
- 2–10 Personen
- Startpunkt
- Soti Khola
- Preis ab
- 1.950 €
Der Manaslu-Rundweg ist ein 14-tägiger Trek durch eines der letzten echten Sperrgebiete Nepals: eine Umrundung des Manaslu (8.163 m), des achthöchsten Bergs der Erde, mit Überquerung des Larkya-La-Passes auf 5.106 Metern. Die Route folgt dem Budhi-Gandaki-Fluss von Soti Khola aus nordwärts bis fast an die tibetische Grenze, quert dann den Pass und steigt auf der Annapurna-Seite bis Besisahar oder Dharapani ab. Anders als am Everest Base Camp oder auf dem Annapurna-Rundweg brauchst du für diesen Trek zwingend einen lizenzierten Guide und mindestens einen zweiten Trekking-Partner, das schreibt die nepalesische Regierung für alle Sperrgebiete vor. Wer schon einmal in Nepal getrekkt ist und jetzt eine Route mit weniger Trubel, dafür mehr Kulturkontrast und Wildnis sucht, findet hier eine der konsequentesten Antworten, die das Land zu bieten hat.
Die Preise beginnen bei 1.950 € pro Person, spürbar höher als bei vergleichbar langen Touren im Annapurna- oder Everest-Gebiet, weil allein die Permit-Gebühren für das Sperrgebiet einen deutlichen Aufschlag verlangen. Dafür bekommst du eine Route, auf der ein Teehaus-Abend in Samagaon noch nach echtem Tibet klingt und nicht nach Trekking-Tourismus.
Für wen sich der Manaslu-Rundweg eignet
Der Manaslu-Rundweg ist kein Einsteiger-Trek. Wenn du schon einmal zum Everest Base Camp oder auf dem klassischen Annapurna-Rundweg unterwegs warst und dir dort die Teehäuser, das WLAN und die Trekkinggruppen zu viele wurden, ist das hier deine nächste Route. Weil die Region seit den 1990er-Jahren als Sperrgebiet gilt und ein Permit-Aufwand nötig ist, den viele Reisende scheuen, bleibt der Trail deutlich leerer als in den beiden bekannteren Regionen. Du triffst hier andere internationale Trekkinggruppen, aber keine Menschenmassen an den Passübergängen.
Konditionell verlangt die Route mehr als ein Standard-Teehaustrek: 14 Tage, Tagesetappen von bis zu acht Stunden im Hochgebirge und ein Pass auf 5.106 Metern, der technisch zwar einfach, konditionell aber fordernd ist. Wer bereits einen Höhentrek mit vergleichbarem Profil gemacht hat, zum Beispiel den Weg über den Thorong La im Annapurna-Gebiet, bringt die richtige Grundlage mit. Für dein erstes großes Nepal-Trekking würden wir dir eher zum Everest Base Camp oder zum Annapurna-Rundweg raten und den Manaslu für die zweite oder dritte Reise aufheben, wenn du weißt, wie dein Körper auf Höhe reagiert und wie sich mehrstündige Gehtage anfühlen.
Route und Charakter
Der Budhi-Gandaki-Fluss begleitet dich von Soti Khola bis kurz vor den Larkya La und gibt der Route ihre Form: ein enges, sich stetig eintiefendes Tal, das sich von subtropischen Reisterrassen bis zu alpinen Weiden hochschraubt. In den unteren Tagen bis etwa Jagat prägen Hindu-Dörfer mit Chörten am Wegrand das Bild, Gurung- und Magar-Familien bewirtschaften Terrassenfelder, und die Hängebrücken über die Schluchten gehören zu den spektakulärsten der ganzen Region.
Ab Namrung ändert sich der kulturelle Charakter spürbar. Die Architektur wechselt zu Steinhäusern mit flachen Dächern, Gebetsfahnen ersetzen Tempelfahnen, und in Lho und Sho stehen die ersten großen Gompas am Weg. Samagaon, auf 3.530 Metern gelegen, ist das kulturelle und logistische Zentrum der oberen Route: ein tibetisch-buddhistisches Dorf mit direktem Blick auf die Nordwand des Manaslu, in dem Yaks die Hauptverkehrsmittel sind und sich das Leben noch stark am traditionellen Kalender orientiert. Von hier aus ist der Manaslu-Basislager-Abstecher machbar, und die Nähe zum Berg ist an keiner anderen Stelle der Route so unmittelbar.
Samdo, eine Tagesetappe weiter und nur noch wenige Kilometer von der tibetischen Grenze entfernt, ist das letzte permanente Dorf vor dem Pass und wirkt in Sprache, Kleidung und Alltag bereits stark tibetisch geprägt. Danach wird die Route alpin: Dharamsala als letzter Stützpunkt vor dem Larkya La, karge Moränenlandschaft, und schließlich der Pass selbst mit Blick auf Himlung Himal, Cheo Himal und Kang Guru. Der Abstieg nach Bimtang und weiter Richtung Dharapani bringt dich zurück in Wald- und Weidelandschaft und schließlich in die vertrautere Infrastruktur des Annapurna-Gebiets.
Schwierigkeit und Anforderungen
Der Larkya La auf 5.106 Metern ist der eindeutige Schlüsseltag der Tour: acht bis neun Gehstunden, Start häufig vor Sonnenaufgang, Kälte bis weit in den Vormittag hinein und ein Abstieg nach Bimtang, der nach dem Passübergang nochmal an die Substanz geht. Technisch ist der Weg unschwierig, du brauchst keine Klettererfahrung und kein Seil, aber die Kombination aus Höhe, Kälte und Tageslänge macht ihn zum anspruchsvollsten Tag der gesamten Route.
Die Akklimatisierung entscheidet über den Erfolg des Passtages, und unser Guide-Team plant deshalb bewusst zwei Ruhetage ein: einen in Samagaon (3.530 m) mit optionalem Abstecher Richtung Manaslu-Basislager, einen weiteren in Samdo (3.860 m) mit einer Höhenwanderung Richtung tibetischer Grenze. Beide Tage folgen dem Prinzip climb high, sleep low. Wie sich Höhenkrankheit ankündigt und worauf du unterwegs achten solltest, erklären wir ausführlich in unserem Guide zu Höhenkrankheit und Akklimatisierung, den du dir vor der Buchung durchlesen solltest.
Was den Manaslu-Rundweg zusätzlich fordert, ist die Infrastruktur: Zwischen Jagat und Bimtang gibt es keine Apotheken, keine Bankautomaten und nur sehr eingeschränkte Auswahl an Teehäusern, oft nur ein oder zwei pro Dorf. Ein Ausfall wegen Magen-Darm-Problemen oder verspäteten Gepäcks lässt sich hier schwerer kompensieren als am Everest Base Camp, wo alle paar hundert Meter ein weiteres Lodge-Angebot wartet. Körperlich solltest du sechs bis acht Gehstunden an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen problemlos schaffen und idealerweise schon einen Trek über 4.000 Meter hinter dir haben, bevor du dich an den Manaslu wagst.
Permits und Formalitäten
Für den Manaslu-Rundweg brauchst du drei separate Permits statt der üblichen zwei: das Manaslu Restricted Area Permit (RAP) für den Abschnitt zwischen Jagat und Dharapani, das Manaslu Conservation Area Permit (MCAP) und zusätzlich das Annapurna Conservation Area Permit (ACAP), weil die Route bei Dharapani ins Annapurna-Schutzgebiet wechselt. Das RAP kostet in der Hauptsaison von September bis November mehr als in der Nebensaison, und alle drei Permits müssen vorab beantragt werden, individuelles Nachlösen am Checkpoint ist nicht möglich.
Der wichtigste Unterschied zu offeneren Regionen wie Annapurna oder Everest: Der Sperrgebietsstatus macht einen lizenzierten Guide gesetzlich verpflichtend, und du brauchst mindestens zwei Trekker in der Gruppe, um das RAP überhaupt ausgestellt zu bekommen. Ein Solo-Trekking ist auf dieser Route schlicht nicht genehmigungsfähig, unabhängig davon, wie erfahren du bist. Unser Team in Kathmandu übernimmt die komplette Antragstellung für alle drei Permits, inklusive der nötigen Fotos und Kopien, bevor deine Gruppe nach Soti Khola aufbricht. Allgemeine Grundlagen zu Permits und TIMS-Karte in Nepal findest du zusätzlich in unserem Permit-Guide, auch wenn der Manaslu-Rundweg mit seiner Drei-Permit-Kombination ein Sonderfall ist.
Beste Reisezeit für den Manaslu-Rundweg
März bis Mai und September bis November sind die beiden Fenster, in denen der Larkya La zuverlässig passierbar ist. Außerhalb dieser Monate liegt auf der Passhöhe oft Neuschnee, der die Route für Träger und Maultierkarawanen unpassierbar macht, und die Teehäuser in Dharamsala und Samdo schließen in der tiefsten Wintersaison teilweise ganz. Anders als am Thorong La im Annapurna-Gebiet, der auch außerhalb der Hauptsaison meist noch irgendwie machbar ist, gibt es am Larkya La keine vergleichbare Infrastruktur, die einen Passversuch bei Schnee absichert.
Im Frühjahr blühen ab Jagat die Rhododendronwälder, und die Sicht auf den Manaslu-Gipfel ist morgens meist klar, bevor am Nachmittag Wolken aufziehen. Der Herbst bringt die stabilsten Wetterfenster des Jahres mit, dafür auch die höheren RAP-Gebühren und etwas mehr Betrieb auf den unteren Teilstücken bis Namrung. Die Monsunmonate Juni bis August fallen für diese Route komplett aus, nicht nur wegen Regen und Blutegeln im unteren Tal, sondern weil das Erdrutschrisiko entlang der steilen Budhi-Gandaki-Schluchten in dieser Zeit deutlich steigt.
Ausrüstung, die für diese Tour zählt
Für den Larkya-La-Tag brauchst du Kleidung, die auch bei minus 15 bis minus 20 Grad und Wind auf 5.106 Metern funktioniert: eine gute Daunenjacke, mehrere Fleece- oder Softshell-Schichten, winddichte Handschuhe und Gamaschen für den oft schneebedeckten Passübergang. Wichtiger als am Everest Base Camp oder Annapurna-Rundweg ist hier die Redundanz, weil du zwischen Samagaon und Bimtang praktisch keine Möglichkeit hast, fehlende Ausrüstung nachzukaufen oder auszutauschen.
Ein zweites Paar warme Handschuhe, Ersatzbatterien für Stirnlampe und Kamera und genug Sonnencreme und Lippenschutz für mehrere Tage über 4.000 Metern solltest du fest einplanen, denn der nächste gut sortierte Ausrüstungsladen liegt in Kathmandu, nicht am Wegrand. Trekkingstöcke sind für den Passtag praktisch Pflicht, der Abstieg nach Bimtang verläuft über losen Schotter und stellenweise vereiste Passagen. Die vollständige Packliste mit allen Details zu Schichtenprinzip, Schlafsack-Komfortbereich und Erste-Hilfe-Ausstattung findest du in unserem Packliste-Guide für Nepal-Trekking, den wir dir vor der Anreise zuschicken.
Vergleich zu anderen Trekkingrouten
Der Annapurna-Rundweg teilt sich mit dem Manaslu-Rundweg die Ausstiegsregion um Dharapani und Besisahar, die beiden Routen laufen auf den letzten Tagen praktisch zusammen. Der entscheidende Unterschied liegt in den Wochen davor: Während unser Annapurna-Rundweg über weite Strecken auf gut ausgebauten Wegen mit dichter Teehaus-Kette verläuft und mittlerweile teilweise straßenbegleitend ist, bleibt die Budhi-Gandaki-Seite bis Dharapani durchgehend Sperrgebiet mit spürbar einfacherer Infrastruktur und deutlich weniger Trekkern pro Tag.
Gegenüber dem Everest Base Camp Trek ist der Kontrast noch größer. Der Khumbu ist touristisch voll erschlossen, mit Bäckereien, Cafés mit Espressomaschinen und Mobilfunk fast auf der gesamten Strecke. Am Manaslu gibt es zwar durchgehend Teehäuser, aber deutlich weniger Auswahl, unregelmäßigeres WLAN und eine Grundstimmung, die eher an das Everest-Gebiet der 1990er-Jahre erinnert als an den heutigen Khumbu. Wenn dir auf deinem letzten Nepal-Trek die Ruhe gefehlt hat, ist das genau der Unterschied, den du hier suchst.
Nächster Schritt
Weil für das Restricted Area Permit mindestens zwei Trekker und ein fester Starttermin nötig sind, lohnt sich eine frühzeitige Anfrage, besonders für die Herbstsaison zwischen September und November, in der die Plätze in unseren Gruppen zuerst ausgebucht sind. Schreib uns dein Wunschdatum und deine bisherige Trekking-Erfahrung, unser Kathmandu-Team prüft dann Permit-Verfügbarkeit und Guide-Kapazität und meldet sich innerhalb weniger Tage mit einem konkreten Termin zurück.
Impressionen
Bildergalerie
Tag für Tag
Reiseverlauf
- Tag1
Kathmandu – Soti Khola (Fahrt)
Die Fahrt von Kathmandu nach Soti Khola dauert sieben bis acht Stunden und führt zunächst auf der Prithvi Highway Richtung Westen, bevor eine holprige Nebenstraße ins Budhi-Gandaki-Tal abzweigt. Ab Arughat wechselt der Belag zu Schotter, und die letzten zwei Stunden ruckeln über eine Strecke, die erst in den letzten Jahren für Jeeps befahrbar wurde. Unterwegs siehst du die Landschaft allmählich von der städtischen Kathmandu-Talebene in ländliche Terrassenfelder übergehen, mit Reis- und Hirseanbau an den Hängen. In Soti Khola, einem kleinen Dorf direkt am Fluss, beziehst du dein erstes Teehaus und lernst am Abend deinen Guide und die restliche Gruppe kennen, bevor am nächsten Morgen die eigentliche Wanderung beginnt.
700 m7 Std. GehzeitTeehouse - Tag2
Soti Khola – Machha Khola
Machha Khola liegt auf 869 Metern und ist nach rund sechs Gehstunden entlang des Budhi Gandaki erreicht, dessen türkisgrünes Wasser dich ab jetzt bis zum Pass begleitet. Der Weg führt über mehrere Hängebrücken und durch Dörfer wie Khursane und Labubesi, in denen Gurung-Familien Hirse und Mais anbauen. Der Pfad wechselt ständig zwischen schmalen Flussuferpassagen und kurzen, steilen Aufstiegen um Felsvorsprünge herum, technisch unproblematisch, aber mit stetigem Auf und Ab. Subtropische Vegetation mit Bananenstauden und Bambus prägt diesen Abschnitt noch deutlich, von der alpinen Landschaft der oberen Route ist hier noch nichts zu spüren. Das Teehaus in Machha Khola liegt direkt am Fluss, und das Rauschen des Wassers begleitet dich durch die Nacht.
869 m6 Std. GehzeitTeehouse - Tag3
Machha Khola – Jagat
Jagat auf 1.340 Metern markiert den offiziellen Beginn des Manaslu-Sperrgebiets, hier wird dein Restricted Area Permit am Checkpoint kontrolliert. Der Weg dorthin führt über die berühmte Hängebrücke bei Tatopani, benannt nach einer heißen Quelle am Flussufer, und weiter durch dichten Subtropenwald mit vereinzelten Wasserfällen. Mehrere kurze, aber knackige Anstiege über Felsstufen fordern die Beine, insgesamt bist du sechs bis sieben Stunden unterwegs. Die Dörfer entlang der Strecke, darunter Khorlabesi und Tatopani selbst, sind noch stark von Hindu-Traditionen geprägt, mit kleinen Schreinen am Wegrand. In Jagat selbst, einem der wohlhabenderen Dörfer der unteren Route mit gepflasterten Gassen, übernachtest du in einem soliden Teehaus und lässt die Permit-Formalitäten des Tages hinter dir.
1.340 m7 Std. GehzeitTeehouse - Tag4
Jagat – Deng
Deng auf 1.860 Metern erreichst du nach etwa sechs Stunden, in denen sich das Tal spürbar verengt und die Schlucht des Budhi Gandaki an mehreren Stellen fast senkrecht abfällt. Hinter Philim, einem großen Gurung-Dorf mit Blick auf terrassierte Hänge, teilt sich der Weg kurz Richtung Tsum-Tal ab, bevor die Hauptroute weiter nach Norden führt. Der Pfad quert mehrfach den Fluss über Hängebrücken und windet sich an manchen Stellen an Felswänden entlang, die mit Stahlseilen gesichert sind. Wald prägt den gesamten Abschnitt, mit ersten Rhododendronbeständen, die im Frühjahr blühen. Deng selbst ist ein kleines, einfaches Dorf mit nur wenigen Teehäusern, hier merkst du zum ersten Mal, wie dünn die Infrastruktur auf dieser Route wirklich ist.
1.860 m6 Std. GehzeitTeehouse - Tag5
Deng – Namrung
Namrung auf 2.630 Metern liegt am Übergang von den unteren, Hindu-geprägten Dörfern zu den tibetisch-buddhistischen Siedlungen der oberen Route, und du merkst das schon am Vormittag. Ab Ghap wechseln Chörten und Manimauern das Landschaftsbild, und die Architektur der Häuser wird zunehmend tibetisch mit flachen Steindächern. Der Weg führt heute rund sechs Stunden durch dichten Nadelwald, vorbei an einigen der beeindruckendsten Hängebrücken der gesamten Strecke, tief über tosenden Schluchten. Kurz vor Namrung passierst du einen zweiten Permit-Checkpoint, an dem dein RAP erneut kontrolliert wird. Namrung selbst ist ein größeres Dorf mit besser ausgestatteten Teehäusern als die Tage zuvor und einem der ältesten Gompas der Region, ein guter Ort, um erstmals bewusst langsamer zu gehen.
2.630 m6 Std. GehzeitTeehouse - Tag6
Namrung – Samagaon
Samagaon auf 3.530 Metern ist das kulturelle Zentrum der oberen Route, und der Weg dorthin führt heute durch Lho und Sho, zwei Dörfer mit großen Gompas und den ersten freien Blicken auf den Manaslu-Gipfel. Nach rund fünf Gehstunden durch offeneres, von Kiefern und Wacholder geprägtes Gelände erreichst du das Dorf, in dem Yaks das Straßenbild bestimmen und die Feldarbeit noch weitgehend traditionell abläuft. Höhentechnisch beginnt hier der sensible Teil der Route, weshalb der Aufstieg heute bewusst kurz gehalten ist. Von Samagaon aus siehst du die Nordwand des Manaslu praktisch ungefiltert, kein anderer Ort auf der Route bringt dich optisch so nah an den Berg heran. Zwei Nächte in Samagaon mit einem Ruhetag dazwischen bereiten deinen Körper auf die folgenden Höhenmeter vor.
3.530 m5 Std. GehzeitTeehouse - Tag7
Akklimatisierung in Samagaon
Der Akklimatisierungstag in Samagaon (3.530 m) ist kein Ruhetag im eigentlichen Sinn, sondern ein bewusster Höhenausflug nach dem Prinzip climb high, sleep low. Die meisten Gruppen wandern in rund fünf Stunden zum Manaslu-Basislager-Aussichtspunkt auf etwa 4.400 Metern oder zum Birendra-See, einem türkisfarbenen Gletschersee direkt unterhalb der Manaslu-Nordwand. Der Weg dorthin führt über Moränenschutt und freies, alpines Gelände mit ständigem Blick auf Eisabbrüche und Gletscherzungen. Am Nachmittag steigst du zum Schlafen wieder nach Samagaon ab, wo die Nacht auf gleicher Höhe wie zuvor verbracht wird. Dieser Tag ist einer der wichtigsten der gesamten Tour für die Anpassung an die Höhe des Larkya La, und unser Guide beobachtet an diesem Tag besonders aufmerksam, wie jeder Einzelne in der Gruppe auf die Höhe reagiert.
3.530 m5 Std. GehzeitTeehouse - Tag8
Samagaon – Samdo
Samdo auf 3.860 Metern ist nur noch wenige Kilometer von der tibetischen Grenze entfernt und nach etwa vier Gehstunden erreicht, die erste kurze Strecke des Treks mit spürbar entspanntem Tempo. Der Weg führt über eine große Hängebrücke aus dem Budhi-Gandaki-Tal hinaus und in offeneres, von Yakweiden geprägtes Hochgebirgsgelände. Bäume verschwinden zunehmend aus der Landschaft, stattdessen dominieren niedrige Sträucher und karge Steinflächen das Bild. Samdo selbst ist das letzte permanente Dorf vor dem Larkya La, tibetisch geprägt in Sprache und Alltag, mit Handelsbeziehungen, die traditionell bis über die nahe Grenze reichten. Die kurze Etappe ist Absicht, dein Körper soll sich nach dem Aufstiegstag der letzten Tage weiter an die Höhe gewöhnen, bevor es in den folgenden Tagen deutlich anspruchsvoller wird.
3.860 m4 Std. GehzeitTeehouse - Tag9
Akklimatisierung in Samdo
Der zweite Akklimatisierungstag in Samdo (3.860 m) führt dich auf einer rund vierstündigen Wanderung Richtung der alten Handelsroute zur tibetischen Grenze, bis auf etwa 4.200 Meter. Von den Höhenpunkten oberhalb des Dorfs siehst du erstmals weit ins Hochland Richtung Tibet hinein, karge, weite Bergwelt ohne jede Vegetation. Der Rückweg nach Samdo verläuft über denselben Pfad, sodass du am Nachmittag Zeit für Ruhe, ausreichend Flüssigkeitsaufnahme und einen letzten Ausrüstungscheck vor dem Passtag hast. Dieser zweite Ruhetag ist bei diesem Trek keine Option, sondern medizinisch begründeter Standard, weil die kommenden zwei Nächte auf über 4.400 und dann über 4.800 Metern liegen. Unser Guide führt an diesem Tag routinemäßig eine Pulsoximeter-Kontrolle bei allen Gruppenmitgliedern durch.
3.860 m4 Std. GehzeitTeehouse - Tag10
Samdo – Dharamsala (Larkya Phedi)
Dharamsala, auch Larkya Phedi genannt, liegt auf 4.460 Metern und ist nach einer kurzen, rund vierstündigen Etappe erreicht, die bewusst früh endet. Der Weg führt über eine weitere Hängebrücke aus dem Samdo-Tal hinaus und dann steil hinauf in eine karge, von Geröll und Moränen geprägte Hochgebirgslandschaft, in der kaum noch etwas wächst. Dharamsala besteht nur aus einer Handvoll einfacher Unterkünfte, mehr eine logistische Basis für den Passtag als ein Dorf im eigentlichen Sinn. Die kurze Gehzeit ist Absicht: Der Nachmittag dient der Ruhe, einem frühen Abendessen und einer Nacht, die wegen der Höhe meist unruhig ausfällt. Ausrüstung für den Larkya La wird an diesem Nachmittag ein letztes Mal kontrolliert, denn ab hier gibt es keine Möglichkeit mehr, fehlende Teile zu ersetzen.
4.460 m4 Std. GehzeitTeehouse - Tag11
Dharamsala – Larkya La (5.106 m) – Bimtang
Der Larkya La auf 5.106 Metern ist der Höhepunkt und zugleich anspruchsvollste Tag der gesamten Tour, mit Start meist zwischen vier und fünf Uhr morgens bei Stirnlampenlicht und Minusgraden. Der Aufstieg von Dharamsala zum Pass dauert rund vier bis fünf Stunden über Moränengelände und stellenweise Schnee, technisch einfach, aber wegen der Höhe kräftezehrend. Vom Passgipfel aus, sofern das Wetter mitspielt, siehst du Himlung Himal, Cheo Himal und Kang Guru in einer Kulisse, die für viele der eindrücklichste Moment des gesamten Treks ist. Der Abstieg nach Bimtang auf 3.720 Metern zieht sich über weitere vier Stunden durch steiles, teils vereistes Geröll, insgesamt bist du an diesem Tag acht bis neun Stunden unterwegs. In Bimtang, einer weiten Almwiese mit direktem Blick auf Manaslu und Ponkar-Gletscher, erwartet dich ein wohlverdientes, komfortableres Teehaus als in den Tagen zuvor.
3.720 m9 Std. GehzeitTeehouse - Tag12
Bimtang – Tilije/Gho
Tilije auf rund 2.300 Metern erreichst du nach etwa sechs Gehstunden, in denen die Landschaft zusehends grüner und waldreicher wird. Der Weg von Bimtang führt zunächst durch Rhododendron- und Fichtenwald hinunter nach Karche, bevor er sich dem Dudh-Khola-Tal anschließt und in bekannteres Annapurna-Terrain übergeht. Ab Gho merkst du deutlich, dass du das Sperrgebiet verlassen hast: mehr Teehausauswahl, breitere Wege und spürbar mehr Betrieb als in den Tagen zuvor rund um Samdo und Dharamsala. Gurung-Dörfer mit geschnitzten Holzfassaden prägen diesen Abschnitt, ein deutlicher architektonischer Kontrast zu den tibetischen Steinhäusern der oberen Route. Der körperlich fordernde Teil der Tour liegt mit dem Larkya La hinter dir, und die letzten Tage dienen vor allem dem Ankommen und Verarbeiten der vergangenen Wochen.
2.300 m6 Std. GehzeitTeehouse - Tag13
Tilije – Dharapani – Fahrt nach Kathmandu
Dharapani auf 1.860 Metern schließt nach einer kurzen, rund dreistündigen Wanderung von Tilije aus an die Straße des Annapurna-Gebiets an, hier endet der eigentliche Trekkingteil der Tour. Von Dharapani aus übernimmt ein Jeep die Weiterfahrt, entweder Richtung Besisahar und von dort weiter nach Kathmandu, oder alternativ nach Pokhara, falls du deine Reise dort verlängern möchtest. Die Fahrt dauert je nach Straßenzustand sechs bis acht Stunden und führt durch das Marsyangdi-Tal, vorbei an deutlich größeren Ortschaften als auf der gesamten Manaslu-Seite der Route. Der Kontrast zur Abgeschiedenheit der letzten zwei Wochen ist an diesem Tag am stärksten spürbar, mit Straßenverkehr, Läden und Mobilfunkempfang, die dir nach der Zeit im Sperrgebiet fast ungewohnt vorkommen. Am Abend beziehst du wieder ein Hotel in Kathmandu.
1.400 m3 Std. GehzeitHotel - Tag14
Kathmandu – Pufferzeit und Abreise
Der letzte Tag in Kathmandu (1.400 m) ist als Pufferzeit eingeplant, falls sich frühere Tage durch Wetter oder Straßenzustand verschoben haben, und dient sonst deiner Abreise oder einem freien Tag in der Stadt. Viele Gäste nutzen die Zeit für einen Besuch in Thamel, dem Trekking- und Ausrüstungsviertel Kathmandus, oder für einen ruhigeren Ausflug zur Stupa von Boudhanath, einem der wichtigsten buddhistischen Pilgerorte Nepals. Dein Guide steht für Fragen zu Weiterreise oder Ausrüstungsrückgabe zur Verfügung, und je nach Flugzeiten organisiert unser Team den Transfer zum Flughafen. Dieser Puffertag hat sich über die Jahre als sinnvoll erwiesen, weil gerade auf der Manaslu-Route Wetterverzögerungen am Larkya La häufiger vorkommen als auf offeneren Strecken, und ein fester Rückflug am selben Tag wie das Ende des Treks ein unnötiges Risiko wäre.
1.400 m0 Std. GehzeitHotel
Kosten & Leistungen
Leistungen inklusive
- Vollpension in Teehouses/Lodges während des gesamten Treks
- Lizenzierter Trekkingguide (gesetzlich vorgeschrieben für dieses Sperrgebiet)
- Porter (max. 2 Trekker pro Porter)
- Alle Permits (RAP, MCAP, ACAP)
- Transport Kathmandu–Soti Khola und Rückfahrt ab Besisahar/Dharapani
- Erste-Hilfe-Ausrüstung inkl. Pulsoximeter
Nicht inklusive
- Internationale Flüge
- Nepal-Visum
- Unterkunft/Verpflegung in Kathmandu außerhalb des Treks
- Persönliche Ausrüstung
- Trinkgelder
- Reise- und Bergungskostenversicherung
- Warme Duschen/WLAN unterwegs (in dieser abgelegenen Region oft gar nicht verfügbar, nicht nur gebührenpflichtig)
- Alkoholische Getränke
Dokumente
Erforderliche Permits
- Manaslu Restricted Area Permit (RAP)
- Manaslu Conservation Area Permit (MCAP)
- Annapurna Conservation Area Permit (ACAP)
Mehr zu Permits, Kosten und Beantragung findest du in unserem Ratgeber Trekking-Permits in Nepal (TIMS & ACAP).
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