Reisen Nepal
Geländewagen auf der Anfahrt zum Everest-Region-Trailhead

Ohne Lukla-Hinflug zum Everest: 18 Tage per Jeep und zu Fuß über die alte Jiri-Route

Everest Base Camp per Jeep

Wer dem unsicheren Lukla-Flug aus dem Weg gehen will, fährt mit dem Jeep von Kathmandu über die alte Jiri-Route bis Bhandar und trekkt von dort in sechs Tagen zum Anschluss an den klassischen Everest Base Camp Trek. Zurück geht es per Kurzflug ab Lukla.

Dauer
18 Tage
Schwierigkeit
Schwer
Max. Höhe
5.364 m
Gruppengröße
2–12 Personen
Startpunkt
Kathmandu (per Jeep)
Preis ab
2.380 €

Der Flughafen Lukla gilt als einer der wetteranfälligsten der Welt, und seit die nepalesische Regierung die Linienflüge in der Hauptsaison auf den Regionalflughafen Manthali bei Ramechhap verlegt hat, kommt für die meisten Reisenden vor dem eigentlichen Flug noch eine mehrstündige Nachtfahrt aus Kathmandu dazu. Der Everest Base Camp Trek per Jeep umgeht dieses Nadelöhr auf dem Hinweg komplett: Ein geländegängiger Jeep bringt dich von Kathmandu auf der kurvenreichen Bergstraße über Jiri bis nach Bhandar auf 2.190 m, dort beginnt der eigentliche Trek.

Von Bhandar aus folgst du sechs Tage lang der historischen Route, auf der schon die ersten Everest-Expeditionen der 1950er und 60er Jahre unterwegs waren: über Sete und den Lamjura-Pass (3.530 m) nach Junbesi, weiter über Nunthala und Bupsa bis Surke, wo der Weg auf den heutigen Hauptpfad zwischen Lukla und Phakding trifft. Diese Etappen führen durch Rai- und Sherpa-Dörfer, Terrassenfelder und Rhododendronwälder, die auf der Fluglinie komplett übersehen werden. Ab Phakding schließt die Route an den klassischen Everest Base Camp Trek an, über Namche Bazaar, Tengboche und Dingboche mit zwei festen Akklimatisierungstagen bis zum Everest Base Camp auf 5.364 m und dem Aussichtsberg Kala Patthar auf 5.545 m.

Insgesamt dauert die Tour 18 Tage und ist damit spürbar länger als die 15-tägige Standardroute ab Lukla. Der Umweg über Jiri und Bhandar bedeutet zusätzliche Gehtage und mehr Gesamthöhenmeter, dafür entfällt das Risiko eines verpassten Anschlussflugs am Anreisetag komplett, ein klarer Vorteil für alle, deren Reisezeitraum wenig Puffer erlaubt. Für den Rückweg fliegst du ab Lukla nach Kathmandu, ein einzelner Kurzflug statt zwei, was auch das verbleibende Flugrisiko auf der gesamten Reise reduziert.

Konditionell ist diese Variante anspruchsvoller als der klassische Trek: Mehrere Tage mit sechs bis sieben Stunden Gehzeit auf teils steilen, wenig frequentierten Pfaden verlangen eine solide Grundausdauer, bevor die eigentliche Höhenetappe ab Namche Bazaar überhaupt beginnt. Wer diesen Umweg auf sich nimmt, bekommt dafür eine ruhigere, historisch aufgeladene erste Tourhälfte fast ganz ohne andere Trekkinggruppen, bevor ab Phakding die bekannte Infrastruktur der Khumbu-Region übernimmt.

Impressionen

Bildergalerie

Jeep-Anfahrt zum Everest Base Camp Trek ohne Lukla-Flug
Bergstraße auf dem Weg zum Everest-Region-Trailhead

Tag für Tag

Reiseverlauf

Höhenprofil
5.545 m
Tag 1Tag 18
  1. Tag1

    Tag 1: Jeepfahrt von Kathmandu nach Bhandar

    2.190 Meter hoch liegt Bhandar, das Ziel dieser rund zehn- bis elfstündigen Jeepfahrt über die alte Bergstraße nach Jiri und weiter auf unbefestigter Piste. Die Strecke führt durch enge Serpentinen mit stetigem Auf und Ab, vorbei an Terrassenfeldern und kleinen Dörfern, deutlich rauer als jede Fahrt im Kathmandu-Tal. In Jiri, dem historischen Ausgangspunkt aller frühen Everest-Expeditionen vor dem Bau des Flughafens Lukla, machen wir üblicherweise eine längere Mittagspause. Am späten Nachmittag erreichst du Bhandar, ein Sherpa-Dorf mit Blick auf terrassierte Hänge, und beziehst dein erstes Teahouse-Zimmer.

    2.190 m0 Std. GehzeitTeahouse
  2. Tag2

    Tag 2: Bhandar – Sete

    2.575 Meter hoch liegt Sete, erreicht nach einer rund fünf- bis sechsstündigen Etappe, die zunächst steil ins Tal des Likhu Khola hinunter und auf der Gegenseite ebenso steil wieder hinauf führt. Der Weg passiert kleine Weiler mit Getreide- und Kartoffelfeldern, in denen kaum ausländische Trekker unterwegs sind. Dichter werdender Bergwald aus Kiefern und Eichen begleitet den Nachmittag, bevor Sete mit seinem kleinen Kloster am Hang das Etappenziel bildet.

    2.575 m5.5 Std. GehzeitTeahouse
  3. Tag3

    Tag 3: Sete – Lamjura-Pass – Junbesi

    2.680 Meter hoch liegt Junbesi, das Ziel dieser mit rund sieben Stunden längsten Etappe der Anfahrtstrecke. Der Weg steigt durch Rhododendron- und Tannenwald stetig zum Lamjura-Pass auf 3.530 m, dem höchsten Punkt der gesamten Jiri-Route und zugleich eine erste echte Akklimatisierungsprobe. Auf der anderen Seite fällt der Pfad lang hinab in das Dorf Junbesi, eines der schönsten Sherpa-Dörfer der Solu-Region mit weißen Chörten und Blick auf den Berg Numbur. Wer möchte, besucht am Nachmittag das nahegelegene Kloster Thubten Choling.

    2.680 m7 Std. GehzeitTeahouse
  4. Tag4

    Tag 4: Junbesi – Nunthala

    2.200 Meter hoch liegt Nunthala, erreicht nach einer rund sechsstündigen Etappe über das Dorf Ringmo und den Trakshindu-La-Pass auf 3.071 m. Kurz vor dem Pass liegt das Kloster Trakshindu mit weitem Blick zurück auf die schneebedeckten Gipfel der Numbur-Kette. Der lange Abstieg danach führt durch Wald bis ins tiefer gelegene Nunthala, wo die Vegetation wieder subtropischer wird und erste Bananenstauden am Wegrand stehen.

    2.200 m6 Std. GehzeitTeahouse
  5. Tag5

    Tag 5: Nunthala – Bupsa

    2.360 Meter hoch liegt Bupsa, das Ziel dieser rund sechsstündigen Etappe entlang des unteren Dudh-Kosi-Tals. Der Weg fällt zunächst zum Fluss ab, überquert ihn über eine Hängebrücke bei Jubing und steigt anschließend durch die Dörfer Kharikhola und Bupsa wieder an. Hier wird die Landschaft zunehmend von Sherpa- statt Rai-Kultur geprägt, ein spürbarer Übergang in die eigentliche Khumbu-Region.

    2.360 m6 Std. GehzeitTeahouse
  6. Tag6

    Tag 6: Bupsa – Phakding

    2.610 Meter hoch liegt Phakding, wo diese rund siebenstündige Etappe die alte Jiri-Route mit dem heutigen Hauptpfad der Everest-Region verbindet. Über den Khari-La-Pass und das Dorf Surke erreichst du bei Chheplung den Weg, auf dem die meisten Trekker direkt nach der Landung in Lukla starten. Ab hier läuft die Route deckungsgleich mit dem klassischen Everest Base Camp Trek weiter, spürbar mehr Trekkinggruppen und besser ausgebaute Teahouses inklusive.

    2.610 m7 Std. GehzeitTeahouse
  7. Tag7

    Tag 7: Phakding – Namche Bazaar

    3.440 Meter hoch liegt Namche Bazaar, erreicht nach einer rund sechsstündigen Etappe entlang des Dudh Kosi über mehrere Hängebrücken bis zum Eingang des Sagarmatha-Nationalparks bei Monjo. Der steile Schlussanstieg von rund 600 Höhenmetern führt durch Kiefern- und Rhododendronwald, an dessen Ende sich bei klarer Sicht der erste Blick auf den Everest öffnet. Die folgenden zwei Nächte in Namche Bazaar dienen der ersten wichtigen Akklimatisierungsphase.

    3.440 m6 Std. GehzeitTeahouse
  8. Tag8

    Tag 8: Akklimatisierung in Namche Bazaar

    3.440 Meter bleibt die Höhe an diesem Ruhetag, an dem eine rund dreistündige Wanderung hinauf zum Everest View Hotel auf etwa 3.880 m nach dem Prinzip hoch steigen, tief schlafen führt. Der Weg passiert die Sherpa-Dörfer Khumjung und Khunde mit altem Kloster und Hillary-Schule. Zurück in Namche bleibt Zeit für den Samstagsmarkt oder das Sherpa-Kulturmuseum.

    3.440 m3 Std. GehzeitTeahouse
  9. Tag9

    Tag 9: Namche – Tengboche

    3.860 Meter hoch liegt Tengboche, erreicht nach einer rund fünfstündigen Etappe mit fast durchgehendem Blick auf Ama Dablam. Nach der Flussüberquerung bei Phunki Tenga führt ein steiler Anstieg durch Rhododendronwald zum größten Kloster der Region, in dem buddhistische Mönche bis heute täglich Zeremonien abhalten.

    3.860 m5 Std. GehzeitTeahouse
  10. Tag10

    Tag 10: Tengboche – Dingboche

    4.410 Meter hoch liegt Dingboche, wo die Landschaft nach dieser rund fünfstündigen Etappe endgültig ihren Charakter wechselt. Der Weg passiert Pangboche mit dem ältesten Kloster im Khumbu-Tal, danach verschwinden Bäume fast vollständig, und Steinmauern schützen kleine Gerstenfelder vor Yaks. Dingboche ist zugleich Ausgangspunkt für den zweiten Akklimatisierungstag am folgenden Tag.

    4.410 m5 Std. GehzeitTeahouse
  11. Tag11

    Tag 11: Akklimatisierung in Dingboche

    4.410 Meter bleibt die Schlafhöhe, während der zweite Ruhetag auf den Nangkartshang Peak auf rund 5.100 m führt. Der etwa vierstündige Auf- und Abstieg bietet freien Blick auf Ama Dablam, Lhotse und bei klarem Wetter den Makalu. Die kontrollierte Belastung auf dieser Höhe unterstützt die Anpassung des Körpers vor dem Weiterweg nach Lobuche.

    4.410 m4 Std. GehzeitTeahouse
  12. Tag12

    Tag 12: Dingboche – Lobuche

    4.940 Meter hoch liegt Lobuche, erreicht nach einer rund fünfstündigen Etappe durch zunehmend karge Hochgebirgslandschaft. Bei Thukla führt ein kurzer, steiler Aufstieg zu einem Gedenkstein-Feld für Bergsteiger, die am Everest ums Leben kamen. Oberhalb davon verläuft der Pfad über die seitliche Moräne des Khumbu-Gletschers bis zur einfachen Teahouse-Ansammlung von Lobuche.

    4.940 m5 Std. GehzeitTeahouse
  13. Tag13

    Tag 13: Lobuche – Gorak Shep – Everest Base Camp

    5.364 Meter hoch liegt das Everest Base Camp, Ziel dieser rund achtstündigen Königsetappe. Über die Moräne nach Gorak Shep auf 5.164 m lässt du dein Hauptgepäck in der Lodge zurück, bevor der letzte Abschnitt entlang des Khumbu-Eisbruchs zum Base Camp selbst führt, in der Frühjahrssaison meist mit den bunten Zelten der Expeditionsteams. Am Nachmittag geht es zurück nach Gorak Shep zur Übernachtung.

    5.364 m8 Std. GehzeitTeahouse
  14. Tag14

    Tag 14: Gorak Shep – Kala Patthar – Pheriche

    5.545 Meter hoch liegt der Kala Patthar, höchster Punkt der gesamten Tour und Ziel des frühmorgendlichen Aufstiegs noch vor Sonnenaufgang mit direktem Blick auf den Everest-Gipfel. Nach dem Abstieg und einem späten Frühstück beginnt der lange Rückweg über Lobuche und Thukla hinunter ins tiefer gelegene Pheriche auf 4.240 m, insgesamt rund sieben Stunden Gehzeit.

    5.545 m7 Std. GehzeitTeahouse
  15. Tag15

    Tag 15: Pheriche – Namche Bazaar

    3.440 Meter, zurück auf Namche-Höhe, erreichst du nach einer rund sechsstündigen Abstiegsetappe. Mit jedem Höhenmeter Abstieg wird die Luft dichter, der Appetit kehrt zurück, und das Tempo der Gruppe zieht spürbar an.

    3.440 m6 Std. GehzeitTeahouse
  16. Tag16

    Tag 16: Namche – Lukla

    2.860 Meter liegt Lukla, Ziel dieser letzten, rund sechseinhalbstündigen Trekkingetappe zurück durch das untere Dudh-Kosi-Tal. Am Abend gibt es traditionell ein gemeinsames Abschiedsessen mit Guide und Portern, der passende Moment für ein angemessenes Trinkgeld.

    2.860 m6.5 Std. GehzeitTeahouse
  17. Tag17

    Tag 17: Puffertag in Lukla

    2.860 Meter bleibt die Höhe an diesem bewusst eingeplanten Reservetag, der Verzögerungen bei der Flugstrecke Lukla–Kathmandu auffängt, eine der wetteranfälligsten Nepals. Läuft der Rückflug am Vortag planmäßig, nutzt die Gruppe den freien Tag für einen Bummel durch Lukla oder einen kurzen Spaziergang zum nahegelegenen Aussichtspunkt oberhalb des Flughafens.

    2.860 m0 Std. GehzeitTeahouse
  18. Tag18

    Tag 18: Flug Lukla – Kathmandu

    1.400 Meter, zurück auf Kathmandu-Höhe, landest du nach dem kurzen Rückflug von Lukla, idealerweise am frühen Morgen. Damit endet die 18-tägige Everest Base Camp Tour per Jeep dort, wo sie mit dem letzten Kurzflug das Nadelöhr des Lukla-Hinflugs endgültig hinter sich lässt. Bei Anschlussflug am selben Tag übernimmt unser Fahrer den Transfer zum internationalen Flughafen.

    1.400 m0 Std. Gehzeit

Kosten & Leistungen

Leistungen inklusive

  • Privater Jeep-Transfer Kathmandu – Bhandar (geländegängig)
  • Rückflug Lukla – Kathmandu
  • Alle Übernachtungen in Teahouses während Anfahrt und Trekking
  • Vollpension während des gesamten Trekkings
  • Englisch-/deutschsprachiger Guide sowie Porter (1 pro 2 Personen)
  • Gaurishankar-Schutzgebiet-Permit, TIMS-Karte, Sagarmatha-Nationalpark-Permit und Khumbu-Pasang-Lhamu-Gebühr
  • Alle Transfers in Kathmandu

Nicht inklusive

  • Internationaler Flug nach Kathmandu
  • Nepal-Visum
  • Auslandskranken- und Bergungskostenversicherung
  • Trinkgelder für Guide, Porter und Fahrer
  • Persönliche Ausrüstung
  • Getränke und Snacks unterwegs

Dokumente

Erforderliche Permits

  • Gaurishankar-Schutzgebiet-Permit
  • TIMS-Karte
  • Sagarmatha-Nationalpark-Permit
  • Khumbu-Pasang-Lhamu-Gebühr

Mehr zu Permits, Kosten und Beantragung findest du in unserem Ratgeber Trekking-Permits in Nepal (TIMS & ACAP).

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Häufige Fragen zu Everest Base Camp per Jeep