Reisewissen
Nepal Wetter im Dezember: Temperaturen, Bedingungen und Trekking
Im Dezember ist es in Nepal meist klar und trocken. Kathmandu erreicht tagsüber 15 bis 18 °C, in Höhenorten wie Dingboche und Lobuche fallen die Nächte auf minus 10 bis minus 15 °C oder tiefer. Was das für deinen Trek heißt und was du einpacken solltest.
Zuletzt aktualisiert am 6. August 2026 · Passang Dawa Sherpa, Senior Climbing Guide
Im Dezember geht in Nepal der Herbst in den Winter über. Die Tage sind klar und stabil, die Nächte werden spürbar kälter, vor allem in der Höhe. In Kathmandu auf rund 1.400 Metern hat es tagsüber meist 15 bis 18 Grad und nachts 2 bis 6 Grad, in klaren Nächten auch knapp unter null. Im Khumbu sieht es ab etwa 3.500 Metern ganz anders aus. In der Sonne sind 5 bis 10 Grad realistisch, aber sobald sie hinter einem Grat verschwindet, fällt die Temperatur binnen Minuten. Nachts hat es in Dingboche (4.410 m) oder Lobuche (4.940 m) oft minus 10 bis minus 15 Grad, bei klarem Himmel und wenig Wind auch weniger. Und die Tage sind kurz. In Kathmandu geht die Sonne gegen 17:15 Uhr unter, in den tiefen Tälern der Everest-Region verschwindet sie oft schon eine Stunde früher hinter den Graten.
Warum der Dezember eigen ist
Zwischen Herbst und Hochwinter liegt ein Übergang mit eigenem Charakter. Nach dem Monsun ist die Luft weitgehend staubfrei, und die kalte, trockene Hochdrucklage des Winters hat sich meist schon eingestellt, bevor im Januar und Februar die großen Schneestürme kommen. Klare Sicht, kaum Regen. Wolken am Nachmittag, wie sie im Frühling häufig sind, gibt es deutlich seltener. Im Januar und Februar können Kaltlufteinbrüche aus dem Norden auch tiefere Passabschnitte verschneien, im Dezember sind die Wege meist noch gut. Wie sich der Monat ins ganze Jahr einordnet, zeigt unser Ratgeber zur besten Reisezeit für Nepal.
Kathmandu-Tal und Tiefland
Im Kathmandu-Tal ist es tagsüber bei Sonne angenehm mild. Abends wird es schnell kalt, auch in der Stadt brauchst du dann warme Kleidung. An windstillen Morgen hängt über Kathmandu oft eine leichte Dunstschicht, weil sich zwischen den Hügeln kalte Luft staut, und sie löst sich mit der Vormittagssonne auf. Die Berge betrifft das nicht.
Im Terai, dem Tiefland um Chitwan und Lumbini unter 300 Metern, hat es tagsüber 20 bis 24 Grad. Typisch ist dort dichter Morgennebel über den Feldern, der sich meist erst gegen Mittag auflöst, danach bleibt es klar und mild. Pokhara liegt mit rund 827 Metern deutlich tiefer als Kathmandu, hat tagsüber um 20 bis 23 Grad und ist ein guter Ausgangspunkt für tiefere Treks.
Im Hochgebirge
Hier zählt die Höhe. In Namche Bazaar auf 3.440 Metern sind es tagsüber in der Sonne oft 8 bis 12 Grad, nachts minus 5 bis minus 10. Weiter oben, in Dingboche, Lobuche oder am Base Camp auf 5.364 Metern, wird die Kälte zum Hauptthema der Tour. Nächte mit minus 15 bis minus 20 Grad sind im Dezember normal, und an offenen Stellen drückt der Wind die gefühlte Temperatur noch weiter. Sonnig am Tag, eisig in der Nacht. Am Annapurna ähnlich. Manang auf 3.540 Metern hat nachts meist minus 5 bis minus 10 Grad, das Hochlager vor dem Thorong La auf über 4.800 Metern deutlich weniger, und Guides queren den Pass in dieser Zeit nur bei stabilem, schneefreiem Wetter.
Klare Sicht als Vorteil
Viele erfahrene Trekker legen ihre Everest- oder Annapurna-Tour gezielt in den Dezember, weil die Fernsicht dann oft noch besser ist als im Herbst oder Frühling. Staubfreie Luft und stabiles Wetter vor den ersten Winterstürmen bringen Tage mit fast ununterbrochenem Blick auf die Achttausender. Die Teehäuser sind außerdem deutlich leerer als im Oktober oder November. Ausnahme ist die Woche um Weihnachten und Neujahr, wenn viele Europäer und Amerikaner ihren Urlaub nutzen und Orte wie Namche Bazaar oder Lukla noch einmal voller werden.
Welche Touren im Dezember gehen
Tiefere und mittlere Routen wie der Poon-Hill-Trek oder Touren um Ghandruk bleiben gut begehbar, mit derselben klaren Sicht und ohne die extreme Kälte. Bei hohen Routen wie dem Everest Base Camp Trek oder Pässen wie Cho La und Renjo La kommt es auf die Woche an. Je näher Weihnachten rückt, desto eher schränken einzelne Lodges in sehr hohen Orten wie Gorak Shep ihren Betrieb ein oder schließen, weil die Betreiber mit sinkenden Gästezahlen in tiefere Winterdörfer ziehen. Bist du spät im Dezember oder Anfang Januar unterwegs, kläre das vorher mit uns. Der Gokyo-Trek mit seinen Seen auf rund 4.750 Metern geht im Dezember auch, solange Renjo La oder Cho La nicht frisch verschneit sind.
Ausrüstung für den Dezember
Pack wärmer als im Herbst. Für Routen über 4.000 Metern einen Schlafsack bis mindestens minus 20 Grad, eine dicke Daunenjacke, mehrere Fleece- oder Merinolagen und winddichte Handschuhe. In der Sonne reicht tagsüber oft leichtere Kleidung, aber sobald der Schatten eines Bergrückens die Route erreicht, muss die warme Schicht griffbereit sein. Die Trinkflasche kommt nachts in den Schlafsack, dann friert sie über 4.000 Metern kaum ein. Dazu Reservehandschuhe, eine warme Mütze für die Nacht und Gamaschen gegen Schnee an den Pässen, und die ganze Liste steht in unserer Packliste. Wie sich ein Trek in der kalten Jahreszeit anfühlt, beschreibt unser Artikel EBC Trek im Winter, und alle Eckdaten zur Route findest du beim Everest Base Camp Trek. Wie es im Monat davor aussieht, liest du im Artikel zum Wetter im November.
Fragen
Häufige Fragen
Wie kalt ist es im Dezember am Everest Base Camp?
Ist der Dezember gut für den Everest Base Camp Trek?
Welchen Schlafsack brauche ich im Dezember?
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