Reisewissen
Nepal Visum für Deutsche: Kosten, Ablauf und Verlängerung
Als deutscher Staatsbürger bekommst du das Nepal-Visum direkt bei Ankunft am Flughafen Kathmandu oder an den Landgrenzen – gestaffelt nach 15, 30 oder 90 Tagen, zahlbar in bar oder mit Karte.
Zuletzt aktualisiert am 6. August 2026 · Passang Dawa Sherpa, Senior Climbing Guide
Visum bei Ankunft: Flughafen Kathmandu und Landgrenzen
Deutsche Staatsangehörige erhalten das Touristenvisum für Nepal unkompliziert bei der Einreise – ein Visum vorab bei der Botschaft ist nicht nötig. Am Flughafen Tribhuvan International in Kathmandu läuft das über Kiosk-Automaten oder Schalter im Ankunftsbereich, bevor du zur Passkontrolle gehst. An den wichtigsten Landgrenzen zu Indien (z. B. Kakarbhitta, Belahiya/Sunauli, Nepalgunj) und zu Tibet/China (Kerung) ist das On-Arrival-Visum ebenfalls möglich, allerdings mit weniger Infrastruktur als am Flughafen – rechne dort mit längeren Wartezeiten und stelle sicher, dass du Bargeld dabeihast, da Kartenzahlung an Landgrenzen oft nicht funktioniert.
Alternativ kannst du den Antrag vorab online über das Portal der nepalesischen Einwanderungsbehörde ausfüllen. Das spart Zeit vor Ort, ersetzt aber nicht die Zahlung und Ausstellung bei Einreise – du bekommst dadurch lediglich einen Barcode, der den Ausfüllprozess am Automaten verkürzt.
Visumgebühren: 15, 30 oder 90 Tage
Das Touristenvisum gibt es in drei Laufzeiten, gestaffelt nach Preis:
- 15 Tage: ca. 30 US-Dollar
- 30 Tage: ca. 50 US-Dollar
- 90 Tage: ca. 125 US-Dollar
Diese Beträge sind Richtwerte. Die nepalesische Regierung passt Visagebühren gelegentlich an, deshalb solltest du die aktuellen Sätze vor der Reise direkt bei der nepalesischen Botschaft in Berlin oder auf der Website der Einwanderungsbehörde (Department of Immigration) prüfen. Für die meisten Trekkingreisen von zwei bis drei Wochen reicht das 30-Tage-Visum, bei längeren Kombireisen oder mehreren Trekkingtouren hintereinander lohnt sich das 90-Tage-Visum.
Diese Dokumente brauchst du
Für das On-Arrival-Visum benötigst du:
- Reisepass mit mindestens 6 Monaten Restgültigkeit ab Einreisedatum
- Ein aktuelles Passfoto (biometrisch, hell hinterlegt) – am Flughafen gibt es dafür Automaten, falls du keines dabei hast, aber plane das lieber vorher ein
- Ausgefülltes Antragsformular, entweder am Kiosk-Automaten vor Ort oder vorab online
- Bargeld oder Kreditkarte für die Gebühr, siehe unten
Ein Rückflugticket oder ein Nachweis über die Weiterreise wird in der Praxis selten kontrolliert, aber es schadet nicht, es griffbereit zu haben.
Bezahlung: Bargeld oder Karte
Am Flughafen Kathmandu kannst du die Visagebühr in bar (US-Dollar oder Euro werden meist akzeptiert) oder mit Kredit- bzw. Debitkarte an den Kiosk-Automaten begleichen. An Landgrenzen ist Kartenzahlung unzuverlässig bis gar nicht verfügbar – nimm dort ausreichend US-Dollar in bar mit, idealerweise in kleinen, sauberen Scheinen, da beschädigte oder alte Banknoten teils abgelehnt werden.
Kinder reisen kostenlos
Kinder unter 10 Jahren sind von der Visagebühr befreit und erhalten das Touristenvisum kostenlos, benötigen aber trotzdem einen eigenen gültigen Reisepass und ein Passfoto.
Häufige Fehler beim Nepal-Visum
Die meisten Probleme beim Nepal-Visum entstehen nicht durch komplizierte Vorschriften, sondern durch vermeidbare Kleinigkeiten. Drei Fehler kommen in der Praxis besonders häufig vor:
- Beschädigte oder zu alte Banknoten: An Landgrenzen wie Kakarbhitta oder Belahiya/Sunauli werden eingerissene, stark abgegriffene oder handschriftlich beschriftete US-Dollar-Scheine oft zurückgewiesen. Nimm für die Visagebühr ausschließlich saubere, neuere Scheine mit, idealerweise Nennwerte ab 20 US-Dollar aufwärts, da manche Grenzposten kleine Scheine nur ungern annehmen.
- Zu wenig Bargeld an entlegenen Grenzübergängen: Während am Flughafen Kathmandu Kartenzahlung meist zuverlässig funktioniert, gibt es an vielen Landgrenzen weder Kartenterminal noch Geldautomat in unmittelbarer Nähe. Wer dort ohne ausreichend Bargeld ankommt, steht im schlimmsten Fall ohne gültiges Visum an der Grenze fest. Kalkuliere deshalb lieber etwas mehr Bargeld ein, als du für die reine Visagebühr brauchst.
- Zu kurze Restgültigkeit des Reisepasses: Die geforderten sechs Monate Restgültigkeit ab Einreisedatum werden an der Grenze tatsächlich kontrolliert. Ein Pass, der während der Reise oder kurz danach abläuft, kann im ungünstigsten Fall zur Einreiseverweigerung führen. Prüfe das Ablaufdatum rechtzeitig vor der Buchung und beantrage im Zweifel einen neuen Reisepass.
Ein vierter, selteneren Fehler solltest du ebenfalls kennen: kein eigenes Passfoto dabeizuhaben und auf den Fotoautomaten am Flughafen zu hoffen, der bei hohem Andrang zeitweise lange Wartezeiten verursacht. Wer ein eigenes biometrisches Passfoto mitbringt, überspringt diesen Schritt komplett und ist am Automaten deutlich schneller fertig.
Visum verlängern in Kathmandu oder Pokhara
Wenn du länger bleiben möchtest als dein Visum erlaubt, kannst du es beim Department of Immigration in Kathmandu oder bei der Zweigstelle in Pokhara verlängern lassen. Die Zentrale in Kathmandu liegt im Stadtteil Kalikasthan in Dillibazar, nicht weit vom Zentrum entfernt, und ist mit dem Taxi von Thamel aus in rund 15 bis 20 Minuten erreichbar. Der Ablauf vor Ort läuft in drei Schritten: Zuerst füllst du das Verlängerungsformular aus und zahlst die Gebühr am Bankschalter im selben Gebäude ein, danach reichst du den Zahlungsbeleg zusammen mit Pass und Passfoto am zuständigen Schalter ein, und zum Schluss holst du deinen Pass mit dem neuen Visumsvermerk wieder ab. Die Bearbeitung dauert in der Regel nur einen Werktag, an sehr belebten Tagen oder kurz vor Feiertagen kann es aber zu Verzögerungen kommen – plane die Verlängerung deshalb nicht erst am letzten gültigen Tag deines Visums ein.
Die Verlängerung wird nach Tagen berechnet: Es fällt eine Grundgebühr für den Antrag an, zuzüglich eines Tagessatzes von rund 3 US-Dollar pro zusätzlichem Tag. Bei Überschreitung der ursprünglichen Visumsdauer ohne Verlängerung drohen Strafgebühren pro Tag der Überschreitung, die sich bei einer längeren, unentschuldigten Überschreitung noch einmal deutlich erhöhen können. Auch hier gilt: Die genauen Sätze ändern sich gelegentlich, daher vor Ort oder bei der Botschaft aktuell nachfragen. Für die Verlängerung brauchst du deinen Pass, ein Passfoto und die Gebühr in nepalesischen Rupien oder US-Dollar.
Visum und Trekking-Permit sind zwei verschiedene Dinge
Das Touristenvisum berechtigt dich zur Einreise und zum Aufenthalt in Nepal, ersetzt aber keine Trekking-Genehmigungen. Für Touren in beliebten Gebieten brauchst du zusätzlich Permits wie TIMS, ACAP (Annapurna) oder die Sagarmatha-Nationalpark-Genehmigung (Everest-Region). Diese sind unabhängig vom Visum zu beantragen – mehr dazu in unserem separaten Guide zu Trekking-Permits in Nepal.
Nepal-Visum: Häufig gestellte Fragen
Ein paar Fragen zum Nepal-Visum tauchen bei der Reiseplanung besonders oft auf, unabhängig von den Grundregeln oben:
- Brauche ich ein Visum bei einem reinen Flughafen-Transit? Wenn du in Kathmandu umsteigst und den internationalen Transitbereich nicht verlässt, brauchst du kein Visum. Sobald du aber zur Gepäckausgabe oder Passkontrolle musst, etwa weil dein Anschlussflug erst am nächsten Tag geht, giltst du als Einreisender und brauchst das reguläre On-Arrival-Visum.
- Kann ich das Antragsformular auch mit dem Smartphone ausfüllen? Ja, das Online-Formular der Einwanderungsbehörde funktioniert auch mobil. Der erzeugte Barcode lässt sich als Foto oder PDF am Kiosk-Automaten einscannen, ein Ausdruck ist praktisch, aber meist nicht zwingend nötig.
- Was, wenn ich Reisepass oder Visum in Nepal verliere? Melde den Verlust zuerst bei der örtlichen Polizei, die dir eine Verlustbescheinigung ausstellt, und wende dich dann an die Deutsche Botschaft in Kathmandu für einen Reisepassersatz. Für das verlorene Visum ist anschließend das Department of Immigration zuständig, das gegen eine Bearbeitungsgebühr einen Ersatzvermerk ausstellt. Plane für diesen Prozess ein bis zwei zusätzliche Tage ein.
- Gilt das Visum auch für Tibet oder Bhutan? Nein. Das nepalesische Touristenvisum berechtigt ausschließlich zum Aufenthalt in Nepal. Für Reisen nach Tibet (China) brauchst du zusätzlich ein chinesisches Gruppenvisum und einen Tibet Travel Permit, für Bhutan ein separates, über eine lizenzierte Agentur organisiertes Visum.
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